Bauchspeicheldrüsen­krebs (Pankreaskarzinom): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. Juli 2016)

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse. Der Krebs entsteht meist im Pankreaskopf nahe dem Gallengang. Er betrifft in über 95 Prozent der Fälle den sogenannten exokrinen Teil der Drüse, der Verdauungsenzyme herstellt und absondert. Dann handelt es sich um ein sogenanntes exokrines Pankreaskarzinom.

Viel seltener geht der Krebs von hormonproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse aus). Ein Beispiel für ein solches endokrines Pankreaskarzinom ist das sogenannte Insulinom, bei dem der Tumor das Hormon Insulin im Übermaß produziert. Dieser Text behandelt jedoch das exokrine Pankreaskarzinom.

Häufigkeit

Bauchspeicheldrüsenkrebs macht in Deutschland etwa 3 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Häufig bleibt ein Pankreaskarzinom jedoch lange unentdeckt, sodass es zum Zeitpunkt der Diagnose meist bereits in andere Organe gestreut – also Metastasen gebildet – hat. Darum ist es bei Männern für über 6 Prozent und bei Frauen für fast 8 Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich. Insgesamt war Pankreaskrebs im Jahr 2014 die vierthäufigste Krebstodesursache in Deutschland.

Illustration: Lage der Bauchspeicheldrüse © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Lage der Bauchspeicheldrüse

Im Jahr 2012 sind in Deutschland 16.730 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Da die Gesamtzahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahren für Männer und Frauen stetig zugenommen hat, geht man davon aus, dass im Jahr 2016 rund 18.600 Menschen ein Pankreaskarzinom entwickeln. In der Regel passiert dies im höheren Lebensalter: Das mittlere Erkrankungsalter liegt

  • für Männer bei 71 Jahren und
  • für Frauen bei 75 Jahren.

Anatomie

Die 15 bis 20 Zentimeter lange und 60 bis 80 Gramm schwere Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt im Oberbauch quer an der hinteren Bauchwand und schmiegt sich mit ihrem Kopf (lat.: caput) in den Bogen des Zwölffingerdarms (Duodenum), den ersten Abschnitt des Dünndarms. Mit ihrem nach links weisenden Schwanz (lat.: cauda) liegt die Bauchspeicheldrüse der Milz an. Der Körper (lat.: corpus) der Bauchspeicheldrüse befindet sich vor der unteren Hohlvene; die Drüsenoberfläche ist mit Bauchfell überzogen.

Das Organ stellt in seinem exokrinen Teil Verdauungssäfte her. Zahlreiche Seitengänge leiten diese Verdauungssäfte in Richtung des zentralen Pankreasgangs. Zusammen mit den Gallenwegen aus der Leber mündet dieser in einen gemeinsamen Ausgang im Zwölffingerdarm, der sogenannten Papille. Der endokrine Teil der Bauchspeicheldrüse sondert Hormone wie das Insulin direkt in den Blutkreislauf ab.

Illustration: Anatomie der Bauchspeicheldrüse © iStock

Anatomie der Bauchspeicheldrüse

Exokrine Bauchspeicheldrüse

Der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse stellt innerhalb von 24 Stunden ungefähr 1,5 Liter Verdauungssaft her. Neben Wasser und alkalischem Bikarbonat besteht der Verdauungssaft aus verschiedenen Verdauungsenzymen. Diese wirken im Körper als sogenannte Biokatalysatoren, welche die Nahrung in einzelne Moleküle aufspalten. Erst dann kann die Darmschleimhaut die Nahrung aufnehmen und ins Blut abgeben.

Endokrine Bauchspeicheldrüse

Der endokrine Teil der Bauchspeicheldrüse besteht aus den sogenannten Langerhans-Inseln. Diese Zellgruppe bezeichnet man in ihrer Gesamtheit auch als Inselorgan oder Inselapparat. Vier verschiedene Zelltypen (A, B, D, PP) der Bauchspeicheldrüse bilden jeweils unterschiedliche Hormone.

Entfernt der Chirurg die Bauchspeicheldrüse bei einer Operation vollständig, fehlt dem Körper Insulin. Die Folge: Er kann den Blutzuckerspiegel nicht mehr selbst kontrollieren, sodass der Betroffene einen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) entwickelt und sich entsprechend Insulin von außen zuführen muss.

Zelltyp Hormon Wirkung
A Glukagon Erhöht den Blutzuckerspiegel
B Insulin Senkt den Blutzuckerspiegel
C Somatostatin Senkt die Hormonfreisetzung der Bauchspeicheldrüse; bremst die Verdauungstätigkeit
PP Pankreatisches Polypeptid Drosselt die Produktion von Galle und Verdauungssäften

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