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Bauchspeicheldrüsen­entzündung (Pankreatitis): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. Oktober 2015)

Der Begriff Pankreatitis steht für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Bauchspeicheldrüse = Pankreas). Es kann sich dabei um ein einmaliges, plötzlich auftretendes (akutes) oder ein mehrmalig wiederkehrendes (chronisches) Ereignis handeln. Mediziner nennen dies entsprechend

  • akute Pankreatitis oder
  • chronische Pankreatitis.

Zudem unterscheiden Mediziner bei der akuten Form, ob eine infektiöse oder nicht-infektiöse Pankreatitis vorliegt. Viren etwa können eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen – dann handelt es sich um eine infektiöse Form. Häufiger sind aber nicht-infektiöse Geschehen der Grund für die Entzündung (z.B. Gallensteine).

Anatomie der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse liegt im Oberbauch quer an der hinteren Bauchwand. Sie grenzt mit ihrem Kopf an den Dünndarm und mit ihrem Ende (lat. Cauda = Schwanz) an die Milz. Der Mittelteil (lat. Corpus = Körper) der Bauchspeicheldrüse liegt vor der unteren großen Körpervene (Hohlvene). Die Oberfläche der Bauchspeicheldrüse ist mit Bauchfell überzogen.

Schematische Darstellung der Bauchspeicheldrüse. © Jupiterimages/iStockphoto

Lage der Bauchspeicheldrüse

Das rund 15 Zentimeter lange und 70 Gramm schwere Organ produziert Hormone sowie Verdauungssäfte und -enzyme. Über zahlreiche Seitengänge sammeln sich die Verdauungssäfte im Hauptgang der Bauchspeicheldrüse. Dieser mündet zusammen mit den Gallenwegen in einen gemeinsamen Ausgang zum Dünndarm – in die sogenannte Papilla vateri (auch: Papilla duodeni major). Funktionell gibt es einen Drüsenteil, der die Hormone produziert, der endokrine Teil, und einen, der die Verdauungssäfte und -enzyme herstellt: der exokrine Teil.

Endokriner Teil der Drüse

Der endokrine Teil der Bauchspeicheldrüse besteht aus den Langerhans-Inseln – benannt nach ihrem Entdecker Paul Langerhans. Sie werden in ihrer Gesamtheit auch als Inselorgan bezeichnet. Vier Zelltypen des Pankreas bilden jeweils spezifische Hormone.

ZelltypAnteil am InselorganHormonWirkung
A 15 bis 20 Prozent Glukagon erhöht die Blutzuckerkonzentration
hemmt den exokrinen Teil des Pankreas und den Zuckerabbau
B 60 bis 80 Prozent Insulin senkt die Blutzuckerkonzentration
hemmt den exokrinen Teil
D 5 bis 15 Prozent Somatostatin hemmt die Hormonfreisetzung des Pankreas (Insulin, pankreatisches Polypeptid, Glukagon) und die Funktion des Magen-Darm-Systems
PP < 2 Prozent Pankreatisches Polypeptid hemmt den Gallefluss und den exokrinen Teil

Exokriner Teil der Drüse

Der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse stellt den Verdauungssaft her. Dieser besteht neben Wasser und alkalischem Bikarbonat (ein Salz der Kohlensäure) aus verschiedenen Verdauungsenzymen. In 24 Stunden produziert die Bauchspeicheldrüse etwa 1 Liter Verdauungssaft. Um zu verhindern, dass die Enzyme die Bauchspeicheldrüse selbst angreifen, stellt sie inaktive Enzymvorstufen her. Sie werden nach Verlassen der Drüse erst im Darm aktiviert.

Die Bauchspeicheldrüse produziert folgende Enzyme:

EnzymgruppeFunktion
Proteasen (z. B. Trypsin oder Elastase) spalten Eiweiße
Esterasen (z. B. Phosphatase oder Lipase) spalten Fette
Carbohydrasen (z.B. Amylase) spalten Zucker
Nukleasen (z. B. Phosphodiesterase) spalten Nukleinsäuren
Proteasenhemmer hemmen vorzeitig aktivierte Proteasen

Häufigkeit

Die Häufigkeit einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung ist in den letzten Jahrzehnten weltweit gestiegen. In Deutschland erkranken etwa 15 bis 20 Menschen pro 100.000 Einwohner pro Jahr daran. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die Häufigkeit der chronischen Pankreatitis beträgt in Deutschland 20 pro 100.000 Einwohner pro Jahr.



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