Basaliom: Ursachen, Symptome & Behandlung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. September 2017)

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Basaliome (Basalzellkarzinome) sind die weltweit häufigste Form von Hautkrebs. Oft heben sie sich farblich kaum von der normalen Pigmentierung der Haut ab. Deshalb bezeichnet man Basaliome auch als "weißen Hautkrebs". Wenn der Hautarzt das Basaliom rechtzeitig erkennt, hat der Patient in der Regel gute Heilungschancen.

Was ist ein Basaliom?
Ein Basaliom ist ein Tumor, der aus den sogenannten Basalzellen der Oberhaut und bestimmten Hautzellen in der Haarwurzel entsteht. Er bildet in der Regel keine Metastasen (Tochtergeschwulste), kann aber von der Haut in benachbartes Gewebe wachsen und dort Knochen und Knorpelgewebe zerstören. Aufgrund dieser Eigenschaften bezeichnen Mediziner Basaliome als "halbbösartig" (semimaligne).

Umgangssprachlich ist das Basaliom auch als heller oder weißer Hautkrebs bekannt – als Abgrenzung zum schwarzen Hautkrebs (Melanom), der häufig wie ein dunkler Leberfleck aussieht.

Ein Basaliom tritt typischerweise an Körperstellen auf, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, also vor allem im Gesicht, auf dem Kopf (Glatze) sowie am Hals. Generell haben hellhäutige Menschen, die leicht einen Sonnenbrand bekommen, das höchste Risiko für Basaliome. Wer im Freien arbeitet oder sich aus anderen Gründen regelmäßig starker UV-Strahlung aussetzt, ist ebenfalls gefährdet.

Bisher waren vor allem ältere Menschen von dieser Form von Hautkrebs betroffen (Durchschnittsalter: 60 Jahre). Inzwischen erkranken jedoch zunehmend auch junge Menschen daran. Das liegt vermutlich zum Teil daran, dass junge Menschen heute häufiger in Gebiete mit starker Sonneneinstrahlung reisen und Solarien besuchen.

Basaliom: Ursachen & Entstehung

Intensive langfristige Sonnenbestrahlung gilt als Hauptursache von Basaliomen. Das erklärt, warum Basaliome vorwiegend an Hautpartien des Kopf-Hals-Bereichs auftreten, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. Ein weiterer Risikofaktor ist die genetische Veranlagung, die unter anderem den Hauttyp bestimmt.

Auch krebserregende Stoffe können Basaliome hervorrufen. Ein Beispiel ist der Stoff Arsen, der früher zur Behandlung von Schuppenflechte zum Einsatz kam.

In manchen Fällen entsteht heller Hautkrebs auf Narben und gutartigen Fehlbildungen der Haut oder stehen in Zusammenhang mit:

  • Albinismus,
  • Basalzellnävussyndrom (oberflächliche Basalzellkarzinome) oder
  • Xeroderma pigmentosum (Mondscheinkrankheit).

Der Begriff Mondscheinkrankheit beschreibt eine erblich bedingte Hautkrankheit, die sich durch Lichtüberempfindlichkeit auszeichnet. Ursache der Erkrankung ist ein Gendefekt.

Wie entwickelt sich ein Basaliom?
Übermäßige UV-Strahlung schädigt das Erbmaterial (DNA) der sogenannten Basalzellen der Oberhaut und von bestimmten Hautzellen in der Haarwurzel. Diese DNA-Schäden können dazu führen, dass sich die Zellen unkontrolliert vermehren. So entstehen Tumore, die Mediziner als Basaliome bezeichnen.

Häufig beginnt ein Basaliom als wenige Millimeter große grauweiße Verdickung der Haut. Ohne Behandlung wächst diese über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder sogar Jahren zu einem Geschwür heran, das tiefere Gewebeschichten wie Knorpelgewebe und Knochen zerstört. Basaliome bilden jedoch nur selten Tochtergeschwulste (Metastasen) im Körper. Deshalb nennen Mediziner sie semimaligne, also "halbbösartig".


Illustration eines Basalzellkarzinoms. © iStock

Ein Basalzellkarzinom bildet sich in der oberen Hautschicht.

Basaliom: Symptome

Basaliome rufen normalerweise keine Schmerzen hervor. Typische Symptome eines Basalioms sind oberflächlich sichtbare Hautveränderungen. Diese können sehr unterschiedlich aussehen. Der häufigste Typ, das sogenannte solide Basaliom, erkennt man an:

  • seiner knötchenartigen Form,
  • der gelben bis graurötlichen Färbung,
  • seinem wachsartigen Glanz,
  • seinem perlschnurartigen Randsaum,
  • seiner zentralen Einsenkung und
  • geweiteten Blutgefäßen an der Hautoberfläche (sog. Teleangiektasien).

Weitere mögliche Erscheinungsformen:

  • oberflächliches Basaliom (Rumpfhautbasaliom): Tumoren dieses Typs sind leicht erhaben, rotbraun, scharf, aber unregelmäßig umgrenzt, mit Schüppchen oder Krusten bedeckt. Sie treten meist am Rumpf und an den Armen und Beinen auf.
  • pigmentiertes Basaliom: Tumor mit starker Pigmentierung, der leicht mit einem Melanom zu verwechseln ist
  • sklerosierend wachsendes Basaliom: Oft unauffällige (hautfarbene) Verhärtung des Gewebes ohne sichtbare Blutgefäße und perlschnurartigen Randsaum (daher oft unerkannt).
  • exulzerierend wachsendes Basaliom (Ulcus rodens): Der Tumor breitet sich an den Rändern aus (lat. rodere = nagen), bricht nach außen hin auf, dringt aber nicht in tiefere Gewebeschichten vor.
  • destruierend wachsendes Basaliom (Ulcus terebrans): Der Tumor dringt in tiefere Gewebeschichten vor (lat. terebere = bohren) und zerstört Knorpel und Knochen.

Basaliom: Diagnose

Die sichtbaren Hautveränderungen weisen oft so deutlich auf ein Basaliom hin, dass der Arzt die Diagnose schon mit bloßem Auge stellen kann (sog. Blickdiagnose). Zur Bestätigung entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie), die er anschließend mikroskopisch untersuchen lässt.

Um die Haut auf Veränderungen zu untersuchen, kann der Arzt zusätzlich ein Auflichtmikroskop verwenden. Das Gerät vergrößert die Haut um das 10-fache – so ist es möglich, auch tiefere Hautschichten zu betrachten. Diese Untersuchung wird allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Zu deren Leistungsspektrum zählt lediglich die Untersuchung der Haut mit dem bloßen Auge mithilfe einer hellen Lampe. Die Zuzahlung beträgt rund 15 Euro.

Basaliom: Behandlung

Ein Basaliom erfordert eine Therapie, um zu verhindern, dass der Tumor weiter wächst und dadurch gesundes Gewebe zerstört. Meist entfernt der Arzt den Tumor in einer Operation.

Es gibt auch andere Möglichkeiten der Behandlung. Welche im Einzelfall sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Art und Größe des Tumors ab. Auch kosmetische Aspekte und der Gesundheitszustand des Patienten können eine Rolle spielen. Der Nachteil nichtoperativer Verfahren ist, dass eine Untersuchung des Gewebes nicht möglich ist. Zudem besteht ein höheres Risiko, dass der Tumor erneut auftritt (Rezidiv).

Operation

Der Arzt entfernt ein Basaliom unter örtlicher Betäubung in einer Operation. Dabei schneidet er den Tumor mit einem Sicherheitsabstand von einigen Millimetern heraus. Die Ränder der entfernten Haut werden anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Sind sie nicht tumorfrei, muss er in einem zweiten Schritt mehr Haut um das Basaliom herum mitentfernen.

Strahlentherapie

Falls zum Beispiel die Lage des Tumors oder ein hohes Alter des Erkrankten nicht zulassen, dass ein weißer Hautkrebs komplett entfernt wird, bietet sich als Alternative zur Operation eine Bestrahlung an. Diese führt zu besseren kosmetischen Ergebnissen, da im Gegensatz zur Operation kein Hautgewebe entfernt wird.

Kryotherapie

Diese Form der Behandlung eignet sich vor allem für kleine oberflächliche Basaliome, zum Beispiel an den Augenlidern. Der Arzt vereist das Tumorgewebe mit flüssigem Stickstoff. Der Körper stößt die zerstörten Krebszellen innerhalb weniger Tage ab. Allerdings kann die Vereisung Hautveränderungen hervorrufen, die häufig nicht vom Wiederauftreten (Rezidiv) des Basalioms zu unterscheiden sind.

Photodynamische Therapie

Die photodynamische Therapie ist eine vergleichsweise unkomplizierte und schonende Therapiemöglichkeit. Dabei wird eine spezielle Salbe auf den Tumor aufgetragen. Sie enthält einen Wirkstoff, der die Tumorzellen gegen Licht empfindlich macht. Dann wird der Tumor mit intensivem Licht bestrahlt. Dadurch sterben die Tumorzellen. Das gesunde umliegende Gewebe bleibt hingegen erhalten.

Creme-Therapie

Ein oberflächliches Basaliom lässt sich mit einer Creme mit dem Wirkstoff Imiquimod behandeln, der die Abwehrreaktion der Haut gegen Krebszellen anregen soll. Betroffene tragen die Creme über sechs Wochen mehrmals wöchentlich auf. Bei etwa 80 Prozent der Anwender bilden sich oberflächliche Basaliome vollständig zurück. Ob und wie häufig sie sich wieder neu bilden, lässt sich nicht sagen, weil es bisher noch keine Langzeitergebnisse gibt.

Darüber hinaus ist es möglich, oberflächliche Basaliomen mit dem Wirkstoff 5-Fluorouracil in Cremeform zu behandeln, der die Vermehrung der Tumorzellen hemmt. Diese Therapie dauert vier bis sechs Wochen. Die befallenen Hautstellen entzünden sich nach ein bis zwei Wochen und die Hautoberfläche verändert sich. Auf gesunder Haut kann die Creme Irritationen verursachen.

Vismodegib

Zur Behandlung fortgeschrittener Basaliome steht zudem ein Medikament mit dem Wirkstoff Vismodegib zur Verfügung. Er soll das Wachstum von Krebszellen hemmen.

Allerdings hat sich gezeigt, dass Vismodegib im Vergleich zu den anderen verfügbaren Therapien wohl keinen Zusatznutzen hat. Das ergab eine Prüfung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Jahr 2016.

Basaliom: Verlauf

Lässt der Betroffene das Basaliom rechtzeitig und komplett entfernen, ist eine vollständige Heilung möglich. Wichtig ist, dass der Hautarzt die betroffene Hautstelle auch nach Abschluss der Behandlung regelmäßig kontrolliert. Sowohl im Bereich der Operationsnarbe als auch an ganz anderer Stelle können neue Basaliome auftreten.

Komplikationen

Unbehandelt kann das Basaliom langsam in die Tiefe der Haut wachsen. Dabei kann es zum Beispiel Knochen sowie Knorpel zerstören und Tumorausläufer in tieferen Gewebeschichten bilden, die über die oberflächlich sichtbaren Tumorgrenzen hinaus wachsen.

In seltenen Einzelfällen zerstört das Basaliom lebenswichtige Strukturen im Kopf-Hals-Bereich, was das Leben des Patienten gefährden kann.

Basaliom: Vorbeugen und Früherkennung

Um weißem Hautkrebs vorzubeugen, sollte man seine Haut vor intensiver Sonnenbestrahlung schützen. Gerade im Sommer ist es empfehlenswert,

  • die Mittagssonne zu meiden,
  • eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe zu tragen,
  • den eigenen Hauttyp zu kennen,
  • sich nicht zu lange in der Sonne aufzuhalten,
  • Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutz aufzutragen sowie
  • genügend Sonnencreme zu verwenden.

Menschen mit heller Haut, roten oder blonden Haaren und blauen Augen sind besonders anfällig für weißen Hautkrebs. Daher sollten sie sich regelmäßig selbst untersuchen oder einen Freund oder Verwandten um Hilfe bitten. Um auch die Haut hinter den Ohren, den Nacken und die Kopfhaut sehen zu können, kann auch ein Spiegel hilfreich sein.

Bei scheinbar schlecht heilenden Hautverletzungen empfiehlt es sich, rechtzeitig einen Hautarzt aufzusuchen.

Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs, das sogenannte Hautkrebs-Screening. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Basaliom (Basalzellkarzinom)":


Onmeda-Lesetipps:

Linktipps:

www.krebshilfe.deDeutsche Krebshilfe e.V.: Informationsmaterialien zu Krebs, Beratung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen bzw. Betroffenen.

Quellen:

Basalzellkarzinom (Basaliom). Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft: www.krebsgesellschaft.de (Stand: 28.2.2017)

Vismodegib – Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V. Online-Informationen des IQWiG – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.iqwig.de (Stand: 4.8.2016)

Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016

Weißer Hautkrebs. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 26.8.2015)

Kurzleitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Basalzellkarzinom der Haut. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 023-021 (Stand: 1.12.2013)

Online-Informationen des Deutschen Krebsinformationsdienstes: www.krebsinformationdienst.de (Stand: 13.2.2013)

Aktualisiert am: 8. September 2017

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