Startseite > Krankheiten > Bakterielle Ruhr (Shigellose, Shigellenruhr)
Veröffentlicht von: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die bakterielle Ruhr (Shigellose, Shigellenruhr) ist eine meldepflichtige Durchfallerkrankung, deren Erreger zwar weltweit verbreitet sind – die meisten in Deutschland auftretenden Fälle sind jedoch die Folge einer Ansteckung im Ausland (z.B. bei Reisen in die Türkei, nach Nordafrika oder Indien).
Als Ursachen für die bakterielle Ruhr kommen verschiedene Bakterien der Gattung Shigella infrage. Diese Shigellen sind hochansteckend, wobei warmes Klima und schlechte sanitäre Verhältnisse die Ausbreitung der bakteriellen Ruhr begünstigen. Die Übertragung der Shigellose erfolgt meist direkt von Mensch zu Mensch (wobei auch sexuelle Kontakte ein Ansteckungsrisiko bedeuten). Vor allem in wärmeren Ländern stellen aber auch infizierte Gegenstände, verunreinigte Lebensmittel, verseuchtes Trinkwasser sowie kontaminierte Badegewässer mögliche Infektionsquellen dar.
Meist ein bis drei Tage nach Aufnahme der Erreger zeigt sich die bakterielle Ruhr, wobei das Krankheitsbild in Deutschland fast immer leichter ausgeprägt ist: Erste Symptome der Darmerkrankung sind Fieber und wässriger Durchfall, der in schwereren Fällen nachfolgend blutig-schleimig-eitrig sein kann. Dann können zusätzlich starke Bauchkrämpfe, ein Flüssigkeitsmangel des Körpers (Dehydratation) sowie ein Elektrolyt- und Eiweißverlust hinzukommen. Wenn sich im Verlauf der Shigellose Geschwüre im Dickdarm entwickeln, kann es im Extremfall zur Aufweitung und zum Durchbruch des Darms kommen. Eine schwere – auch lebensbedrohliche – Shigellenruhr ist vor allem bei Menschen möglich, die älter sind oder deren Immunsystem geschwächt ist, sowie bei Kleinkindern.
Um die bakterielle Ruhr zu diagnostizieren, sind die vorliegenden Symptome der Krankheit und eine Stuhluntersuchung ausreichend. Zur Behandlung der Shigellose sind Antibiotika in jedem Fall empfehlenswert: Sie verkürzen die Dauer der Erkrankung, senken die Erregerausscheidung (und damit die Ansteckungsgefahr) und beugen Komplikationen vor. Daneben ist es wichtig, den mit der Shigellenruhr einhergehenden Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen.
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