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Bänderriss

Veröffentlicht von: Till von Bracht (30. März 2016)

© iStock

Ein Bänderriss zählt zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt – denn durch die vielen, kraftvollen Start-, Stopp- und Drehbewegungen beim Sport passiert es schnell einmal, dass man sich das Knie verdreht oder mit dem Fuß umknickt. Das betroffrene Band wird dabei so stark überdehnt, dass es teilweise oder sogar ganz reißt.

Grundsätzlich kann ein Bänderriss überall dort auftreten, wo sich Gelenke befinden – also zum Beispiel auch

  • an der Schulter
  • oder am Ellenbogen.

Einer der häufigsten Bänderrisse ist jedoch der Außenbandriss am oberen Sprunggelenk.

Ein Bänderriss im Sprunggelenk entsteht meist durch Umknicken des Fußes nach außen. Das passiert häufig bei sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Basketball und beim Tennisspielen. Aber auch im Alltag kann man sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zuziehen – etwa wenn man mit High Heels unglücklich umknickt.

Ein akuter Bänderriss verursacht zunächst sehr starke Schmerzen, die wie bei einem Messerstich ganz plötzlich auftreten. Zudem entwickelt sich am betroffenen Gelenk nach kurzer Zeit eine Schwellung und es kann sich ein Bluterguss bilden.

Oft tritt ein Bänderriss auch in den Kreuzbändern des Knies (sog. Kreuzbandriss) auf, meist verursacht durch eine "unglückliche" Bewegung mit dem Kniegelenk – zum Beispiel wenn ein Fußballspieler seinen Körper schnell dreht, während er mit den Stollen seiner Fußballschuhe im Rasen hängen bleibt.

Unter Skifahrern ist der sogenannte Skidaumen bekannt. Dabei handelt es sich um einen Bänderriss auf Höhe des Daumengrundgelenks. Die Ursache für den Skidaumen ist oftmals ein Sturz: Der Skifahrer versucht sich mit der Hand abzufangen und überspreizt dabei den Daumen.

Das Bild zeigt einen Bänderriss im Sprunggelenk.

Der Bänderriss im Sprunggelenk zählt zu der häufigsten Sportverletzung überhaupt. Dabei entwickelt sich ein charakteristisches "Ei", also eine rundliche Schwellung am Knöchel. Der Bluterguss ist deutlich sichtbar. (Quelle: Wikimedia Commons, Thomas Steiner, CC BY-SA 2.5)

Was tun?

Wenn man sich beim Sport das Knie verdreht oder mit dem Fuß umknickt, weiß man in der Regel nicht direkt, ob das betroffene Band "nur" überdehnt oder sogar gerissen ist. Grundsätzlich gilt: 

Bei Verdacht auf einen Bänderriss beginnt die Behandlung mit der sogenannten PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern.

Das heißt, Betroffene sollten sofort die sportliche Aktivität abbrechen und das Gelenk schonen. Anschließend sollte man das verletzte Gelenk kühlen und – wenn möglich – einen Druckverband anlegen: Die Kühlung und die Kompressionen lindern Schmerzen und wirken einer Schwellung entgegen. 

Die Verletzung sollte nach erfolgter Erstversorgung auf jeden Fall von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Denn ein unbehandelter Bänderriss kann im Laufe der Zeit zu einer chronischen Instabilität im Gelenk führen.

Es gibt zwei Behandlungsmöglichkeiten bei einem Bänderriss:

  • Bei der sogenannten konservativen Behandlung stellt der Sportmediziner das betroffene Band mit einer speziellen Schiene beziehungsweise einem Stütz- oder Gipsverband ruhig, sodass es heilen kann.
  • Abhängig vom betroffenen Gelenk und der Schwere der Verletzung kann bei einem Bänderriss aber auch eine Operation nötig sein. Das ist beispielsweise beim Skidaumen der Fall, den Orthopäden fast immer operativ behandeln.

Bei frühzeitiger Therapie heilt ein Bänderriss in den meisten Fällen ohne Folgen aus. Ab wann man nach einem Bänderriss wieder seiner gewohnten sportlichen Aktivität nachgehen darf, hängt davon ab, welches Gelenk betroffen ist und wie stark das Band beschädigt wurde.

Bei einem Kreuzbandriss zum Beispiel dauert es nach der Operation sechs bis acht Monate, bis der Betroffene das Knie wieder voll belasten darf. Ein Bänderriss im Sprunggelenk hingegen wird in der Regel konservativ behandelt: Dann müssen die Patienten für etwa sechs Wochen eine spezielle Schiene (sog. Orthese) tragen, die das Sprunggelenk schont und ein erneutes Umknicken des Fußes verhindert.



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