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Bänderriss: Verlauf & Komplikationen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (30. März 2016)

Bei einem Bänderriss hängt der Verlauf von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist dabei, welches Band von der Ruptur (= Riss) betroffen ist und wie früh die Behandlung beginnt. Bänderrisse, die frühzeitig erkannt und behandelt werden, heilen in der Regel gut aus. Der Betroffene kann nach einer gewissen Zeit das Gelenk wieder voll belasten und die gewohnte sportliche Aktivität ausüben.

Der Heilungsverlauf erfordert allerdings von den Betroffenen oftmals Geduld und Zeit. Bei einem Außenbandriss im oberen Sprunggelenk dauert es – abhängig von der Schwere der Bandverletzungen – zwischen vier und zwölf Wochen, bis die Stabilität des Gelenks wieder vollständig hergestellt ist.

Im Falle eines Skidaumens, also eines Bänderrisses im Daumengrundgelenk, kann der Verletzte nach ungefähr zwölf Wochen den Daumen wieder in gewohnter Weise einsetzen. Eine wesentlich längere Zeit der Genesung erfordert ein Kreuzbandriss. Mindestens sechs bis acht Monate Rehabilitation mit intensiver Physiotherapie sowie gezielten Kräftigungs- und Koordinationsübungen sind bei einem Kreuzbandriss nötig, bevor der Betroffene wieder Sport treiben darf.

Bei einem Bänderriss ist der Verlauf zudem entscheidend von der Therapiemotivation des Betroffenen abhängig. So kann eine zu frühe und intensive Belastung des verletzten Gelenks aus falschem Ehrgeiz heraus – und gegen den Rat des Arztes – den Heilungsverlauf verzögern oder im Sinne einer Verschlechterung umkehren. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den Anweisungen des behandelnden Mediziners zu folgen.

Komplikationen

Ein Bänderriss kann trotz guter Behandlung Spuren hinterlassen und zu Komplikationen führen. Ein charakteristisches Beispiel ist der Kreuzbandriss, den Sportmediziner in der Regel operieren: Sie setzen bei der Operation eine Bandersatzplastik ein. Dieser Ersatz kann die ursprünglichen Funktionen zum Großteil wiederherstellen. Allerdings wird das Knie nicht mehr seine ursprüngliche Stabilität zurückgewinnen, da eine gewisse Instabilität erhalten bleibt.

Bei einem Skidaumen können ebenfalls trotz angemessener Behandlung leichte Einschränkungen zum Beispiel beim Greifen zurückbleiben. Auch bei einem Außenbandriss im oberen Sprunggelenk geben 10 bis 20 Prozent der Betroffenen Restbeschwerden an.

Die größte Gefahr bei einem Bänderriss besteht darin, dass der Betroffene die Verletzung unterschätzt – im schlimmsten Fall sogar weiter Sport treibt und trotz Schwellung und Schmerzen nicht zum Arzt geht. Die Ursache für das mögliche Unterschätzen begründet sich durch den Umstand, dass der akute Schmerz nach einer gewissen Zeit wieder nachlässt. Vollständige Bänderrisse, etwa im Bereich des oberen Sprunggelenks, können nach einigen Tagen sogar gar keine Schmerzen mehr bereiten.

Zudem sind gut trainierte Sportler in der Lage, den Stabilitätsverlust bei einem Kreuzband- oder Außenbandriss mit ihren Muskeln für eine gewisse Zeit auszugleichen. Langfristig bereitet die Verletzung allerdings Probleme. Abhängig vom betroffenen Gelenk äußert sich der Bänderriss durch bestimmte Folgeerscheinungen:

  • Skidaumen: Ein nicht entdeckter oder nicht ausreichend verheilter Skidaumen führt auf Dauer zu einer schmerzhaften Instabilität. Man spricht auch vom sogenannten Wackeldaumen. Der Wackeldaumen geht mit einer Bewegungseinschränkung einher. Das Greifen, z.B. das Umgreifen eines Balls, ist nur noch eingeschränkt möglich.
  • Außenbandriss im Sprunggelenk: Es kann sich eine anhaltende Außenbandinstabilität entwickeln. Der Betroffene knickt immer wieder um, gerade auf unebenen Böden.
  • Kreuzbandriss: Die Betroffenen spüren regelmäßig Schmerzen im Knie und der Gang fühlt sich instabil an. Außerdem kann es im Laufe der Jahre zu Verletzungen an Meniskus und/oder Knorpel kommen.

Eine dauerhafte Bandverletzung kann in den meisten Fällen nur noch operativ behandelt werden. Der Operateur strafft dann das vorhandene Band, sodass es die Stabilisationsfunktionen wieder übernehmen kann. Oder er ersetzt das verletzte Band durch Sehnengewebe, das dem Körper vorher an anderer Stelle entnommen wurde (sog. Bandersatzplastik). Unbehandelt kann eine chronische Bandverletzung zu einem Gelenkverschleiß (Arthrose) führen.



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