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Veröffentlicht von: Wiebke RaueMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei Verdacht auf einen Bänderriss befragt der Arzt zur Diagnose zunächst den Verletzten nach seinen Symptomen. Außerdem stellt er Fragen zum Unfallhergang. Anhand der Informationen zieht der Arzt erste Rückschlüsse auf die Art und das Ausmaß der Verletzung.
Im Anschluss begutachtet er das betroffene Gelenk. So wird er beispielsweise nachprüfen, ob das Gelenk geschwollen ist und sich ein Bluterguss (Hämatom) gebildet hat. Spürt der Betroffene Schmerzen, sobald der Arzt auf das Band drückt (sog. Druckschmerz), weist dies zusätzlich auf einen Bänderriss hin.
Außerdem umfasst bei einem Bänderriss die Diagnose – neben der Befragung und der ersten Begutachtung des Verletzten – folgende Verfahren:
Bei einem Verdacht auf einen Bänderriss überprüft der Arzt zur Diagnose in der Regel die Stabilität und Funktionalität des betroffenen Gelenks. Denn ein Bänderriss schränkt in der Regel die Stabilität und die Beweglichkeit deutlich ein.
Bei einem Außenbandriss im Sprunggelenk kippt er zum Beispiel den hinteren Teil des Fußes nach innen. Lässt sich der Fuß auf diese Weise "aufklappen", deutet das auf einen Außenbandriss hin. Gleiches gilt, wenn sich das Sprungbein gegenüber dem Schienbein über das normale Maß hinaus verschieben lässt (sog. Talusvorschub).
Vermutet der Sportmediziner einen Bänderriss im Daumengrundgelenk (sog. Skidaumen), testet er, ob und inwiefern der Daumen noch funktioniert, beispielsweise mit dem sogenannten Papierstreifenhalte-Test: Der Verletzte versucht bei diesem Test ein Blatt Papier zwischen dem Daumen-Endglied und dem Endglied des Zeigefingers einzuklemmen. Liegt ein Bänderriss vor, kann der Betroffene das Papier aufgrund der fehlenden Stabilität im Gelenk nur mit gebeugtem Daumen zusammenpressen. Ist das Band unverletzt, gelingt ihm die Stabilitätsprüfung auch mit gestrecktem Daumen.
Für Verletzungen am Knie kann der Arzt mithilfe verschiedener Tests feststellen, ob und wenn ja, welche Bänder geschädigt wurden. Bei einem vorderen Kreuzbandriss lässt sich zum Beispiel der Unterschenkel des Sportlers wie eine "Schublade" nach vorne ziehen, während man den Oberschenkel festhält (sog. Lachmann-Test). Dagegen schiebt sich bei einem hinteren Kreuzbandriss der Unterschenkel beim liegenden Verletzten mit angewinkeltem Bein eher nach hinten.
Grundsätzlich gilt für die meisten Funktions- und Stabilitätsprüfungen – insbesondere bei einer akuten Verletzung: Die Aussagekraft ist oftmals begrenzt. Denn die Verletzten spannen die Muskeln wegen der auftretenden Schmerzen stärker an. Die erhöhte Muskelanspannung schränkt die Beweglichkeit des Gelenks ein und verfälscht unter Umständen die Aussagen der Funktionalitäts- und Stabilitätstests. Lassen Begutachtung sowie Stabilitäts- und Funktionalitätsprüfung keine gesicherte Diagnose für einen Bänderriss zu, kann der Arzt bildgebende Verfahren wie etwa ein MRT einsetzen, um die Diagnose zusätzlich abzusichern.
Auf dem Röntgenbild sieht der Arzt zwar keine Bänder. Die Röntgenuntersuchung ist dennoch wichtig, da bestimmte, auf dem Röntgenbild sichtbare Fehlstellungen des betroffenen Gelenks dem Arzt einen indirekten Hinweis auf einen Bänderriss liefern. In erster Linie dient die Röntgenuntersuchung allerdings dazu, Knochenverletzungen wie Brüche oder Knochenabrisse auszuschließen.
Bei Verdacht auf einen Bänderriss kann der Arzt zur Diagnose eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen lassen. Das MRT bildet die Bänder in Schichten ab. Anhand der Bilder eines MRT kann der Arzt einen Bänderriss klar diagnostizieren. Insbesondere bei einem Verdacht auf einen Kreuzbandriss zählt das MRT zu der zentralen Diagnosemethode. Bei Außenbandrissen am Sprunggelenk setzen Mediziner das MRT in der Regel nur ein, wenn Symptome und Stabilitätsprüfung keine gesicherte und eindeutige Diagnose zulassen.
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