Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Bänderriss > Definition

Bänderriss

Häufigste Bänderrisse

Stand: 21. Mai 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Zu den häufigsten Bänderrissen zählen:

  • Außenbandriss am oberen Sprunggelenk
  • Bänderriss am Daumengrundgelenk (sog. Skidaumen)
  • Kreuzbandriss

Darüber hinaus verletzen sich Sportler häufig am Innen- und Außenband des Kniegelenks. Aber auch an den Gelenken des Ellenbogens, der Hand oder der Schulter treten Bänderrisse auf.

Sprunggelenk

Der Bänderriss im Sprunggelenk zählt zu der häufigsten Sportverletzung überhaupt. Das Sprunggelenk verbindet den Unterschenkel mit dem Fuß. Es besteht aus zwei Teilen: dem oberen und dem unteren Sprunggelenk.

In den meisten Fällen reißt das Außenband am oberen Sprunggelenk (sog. Außenbandriss). Das Außenband verbindet den Knöchel mit Bausteinen des Fußes, zum Beispiel mit dem Sprungbein und dem Fersenbein. Es ist ein Verbund aus drei kleineren Bändern: dem hinteren, mittleren und vorderen Außenband.

Ein Fuß, der umknickt
Umknicken ist die häufigste Ursache für einen Bänderriss im Sprunggelenk.

Ein Bänderriss im oberen Sprunggelenk wird meist durch ein Umknicken des Fußes nach außen verursacht: Der äußere Fußrand senkt sich dabei zu stark ab. Dies führt in der Folge zu einer Überdehnung der Außenbänder (sog. Supinationstrauma). Gerade bei Sportarten wie Leichtathletik, Fußball, Volleyball oder Badminton ist das Risiko für einen Bänderriss erhöht. Die vielen ruckartigen und schnellen Bewegungen vergrößern die Gefahr für ein Umknicken mit dem Fuß. Ein stumpfer Hallenboden oder Löcher im Rasen steigern das Risiko zusätzlich. Deshalb ist ein Bänderriss am oberen Sprunggelenk bei diesen Sportarten einer der häufigsten Gründe für eine verletzungsbedingte Sportpause. In vielen Fällen führt ein Supinationstrauma allerdings nicht zu schweren Folgen. Oftmals bleibt nur eine leichte Bänderdehnung zurück.

Natürlich kann es auch unabhängig vom Sport im Alltag zu einem Bänderriss kommen. Beim Gehen über eine Bordsteinkante kann man beispielsweise schnell mit dem Sprunggelenk umknicken und sich einen Bänderriss zuziehen. Frauen, die Schuhe mit hohen Absätzen tragen, sind ebenfalls gefährdeter.

Ein Bänderriss des Innenbands am oberen Sprunggelenk tritt dagegen selten auf. Der Grund: Das Innenband ist ausgesprochen stabil. Zu einem Riss des Innenbands führt ein Umknicken des Fußes nach innen: Der innere Rand des Fußes senkt sich dabei zu stark ab (sog. Pronationstrauma). Die Fußaußenkante hebt sich in einem solchen Fall zu stark, das Innenband reißt ganz oder teilweise. Ein Innenbandriss tritt meist zusammen mit einem Knochenbruch am Sprunggelenk auf (sog. Sprunggelenksfraktur).

Ein in der Öffentlichkeit bekannter Leistungssportler mit einem Innenbandriss am oberen Sprunggelenk ist der Fußballer Michael Ballack. Ballack zog sich einen Innenbandriss im Mai 2010 beim englischen Pokalfinale zu, das er für den FC Chelsea bestritt. Ein Gegenspieler trat dem deutschen Nationalspieler beim Kampf um den Ball von außen auf das Sprunggelenk. Das Innenband am Sprunggelenk wurde durch den Tritt so stark überdehnt, das es vollständig riss. Außerdem erlitt der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft durch das Foul einen Anriss des sogenannten Syndesmosebands, welches das Schienbein mit dem Wadenbein verbindet. Aufgrund der Verletzung musste Ballack die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika absagen.

Skidaumen

Was der Volksmund als "Skidaumen" bezeichnet, beschreiben Mediziner als einen Bänderriss des Seitenbands am Daumengrundgelenk (sog. ulnare Kollateralbandruptur). Das Daumengrundgelenk verbindet die Handknochen mit dem ersten Knochen des Daumens. Bei einem Skidaumen reißt das Seitenband des Daumengrundgelenks, das auf der Innenseite der Hand liegt (sog. ellenseitiges Seitenband).

Ein Skiunfall
Der Skidaumen tritt vor allem nach Stürzen beim Skifahren auf.

Die Bezeichnung Skidaumen verdankt diese Form des Bänderrisses dem Umstand, dass die Verletzung meist als Folge eines Skiunfalls auftritt. Entweder, weil der Skifahrer bei einem Sturz auf den abgespreizten Daumen fällt, oder weil er mit dem Daumen in der Schlaufe eines Skistocks hängen bleibt. In beiden Fällen wird das Seitenband des Daumens überspreizt. Das Band wird überlastet und reißt ganz oder teilweise.

Aber auch Fußballer, Handballer oder Volleyballer können von einem Skidaumen betroffen sein. Bei diesen Ballsportarten kann der Ball den Daumen treffen und ihn überspreizen. Darüber hinaus verletzen sich auch Kampfsportler das Seitenband des Daumgrundgelenks, wenn sie den Daumen beim Karate oder Kung Fu neben – und nicht unter – der Faust halten. Liegt der Daumen bei einem Schlag neben der Faust an, kann der Daumen bei Kontakt mit einem Gegner oder einem Übungsgerät überspreizen.

Weiterlesen: Bänderriss: Definition – Häufigkeit

Das könnte Sie auch interessieren

Sportverletzungen

Sportverletzungen

Erfahren Sie mehr zu Sportverletzungen und was Sie tun können, um Verletzungen an Muskeln, Bändern und Knochen zu vermeiden. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Sudoku

Sudoku

Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.