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Forenexperte: Dr. Thomas Kreutzig
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AzoospermieAzoospermie: UrsachenStand: 31. März 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Die Azoospermie kann verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen entsteht sie durch primäre Störungen der Spermienproduktion und -entwicklung. Aber auch Störungen des Spermientransports führen häufig zu einer Azoospermie. Selten sind hormonelle Störungen des Gehirns die Ursache der Erkrankung. Jede dieser Ursachen der Azoospermie kann durch genetische Veränderungen bedingt und somit angeboren sein. In 40 bis 50 Prozent der Fälle kann jedoch keine Ursache für die Störung gefunden werden. Primär gestörte Spermienentwicklung und Störung der ableitenden SamenwegeDie Entwicklung und Ableitung der Spermien mit nachfolgender Azoospermie kann auf vielfältige Weise gestört werden, wobei zwischen einer vorübergehenden und einer bleibenden Azoospermie unterschieden wird. Die Spermienentwicklung kann etwa durch eine übermäßige Erwärmung der Hoden (heiße Bäder, Saunabesuche oder sehr enge Unterwäsche) vorübergehend gehemmt werden. Einige Medikamente (Cimetidin oder Sulfasalazin) oder Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten oder Drogen, können die Entwicklung von Spermien stören und ebenfalls zu einer Azoospermie führen. Eine weitere Ursache können Umweltgifte wie Pestiziden, Schwermetallen oder Lösungsmitteln sein, welche die Spermienentwicklung negativ beeinflussen. Im Rahmen einer Virusinfektion kann es zu einer Entzündung der Hoden (Orchitis) kommen, welche die Spermienentwicklung vorübergehend beeinträchtigt. Eine bleibende Störung mit Azoospermie tritt bei Mumps auf, wenn die Erkrankung während der Kindheit oder Pubertät auftritt. Entzündungen im Bereich der Nebenhoden, beispielsweise im Rahmen von sexuell übertragbaren Krankheiten wie der Gonorrhö, können zu einer Verklebung der Samenleiter führen und dadurch den Weg der Spermien aus den Hoden in die Harnröhre dauerhaft versperren. Das Resultat ist eine bleibende Azoospermie. Eine Durchtrennung der Samenleiter bei Operationen hat denselben Effekt und führt ebenfalls zur Azoospermie. Eine solche Operation kann geplant und gewünscht sein, wenn der Mann keine Kinder mehr zeugen möchte. Manchmal kommt es aber versehentlich zu einer Durchtrennung der Samenleiter, zum Beispiel bei der Operation eines Leistenbruchs im Kindesalter. Zur Therapie von bösartigen Tumorerkrankungen sind häufig Chemotherapien notwendig. In Abhängigkeit der verwendeten Medikamente kann eine vorübergehende oder eine bleibende Azoospermie auftreten. Wird eine Strahlentherapie im Bereich der Hoden notwendig, ist ab Gesamtdosen von etwa 20 Gray ebenfalls mit einer bleibenden Azoospermie zu rechnen. In jedem Fall ist es ratsam, wenn Betroffene vor dem Beginn der Chemotherapie oder Strahlentherapie bei bestehendem Kinderwunsch eine Samenspende einfrieren lassen. Weiterlesen: Azoospermie: Ursachen – Hormonelle Störungen des Gehirns Das könnte Sie auch interessieren
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