Azoospermie: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Juli 2015)

Die Azoospermie kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann angeboren oder erworben sein (z.B. nach einer Chemotherapie), aber auch ohne erkennbare Ursache (idiopathisch) auftreten. In den meisten Fällen entsteht sie, weil Spermienproduktion und -entwicklung gestört sind. Aber auch Störungen des Spermientransports führen häufig zu einer Azoospermie. Seltenere Ursachen sind hormonelle Störungen des Gehirns.

Die Azoospermie kann zudem genetische Ursachen haben und somit angeboren sein. In etwa der Hälfte der Fälle finden die Ärzte jedoch keine Ursache für die Störung.

Gestörte Spermienentwicklung und Störung der ableitenden Samenwege

Entwickeln sich die Spermien nicht richtig oder sind die ableitenden Samenwege versperrt, kann ebenfalls eine Azoospermie auftreten. Mediziner unterscheiden zwischen einer vorübergehenden und einer bleibenden Azoospermie. Zu den möglichen Ursachen gehören:

Im Rahmen einer Virusinfektion können sich die Hoden entzünden (Orchitis), wodurch die Spermienentwicklung vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigt ist. Eine bleibende Störung mit Azoospermie kommt mitunter bei Mumps vor, wenn die Erkrankung nach der Pubertät auftritt. Entzündungen im Bereich der Nebenhoden, beispielsweise infolge von sexuell übertragbaren Krankheiten wie der Gonorrhö, können dazu führen, dass die Samenleiter verkleben und somit den Weg der Spermien aus den Hoden in die Harnröhre dauerhaft versperren. Das Resultat ist eine bleibende Azoospermie.

Wenn die Samenleiter bei einer Operation durchtrennt werden, kann es ebenfalls zu einer Azoospermie kommen. Eine solche Operation kann aber auch geplant und gewünscht sein, etwa wenn der Mann keine Kinder zeugen möchte – Ärzte wenden dieses Verfahren zur Sterilisation an. Die Samenleiter können aber auch versehentlich durchtrennt werden, zum Beispiel bei der Operation eines Leistenbruchs im Kindesalter.

Zur Therapie von bösartigen Tumorerkrankungen sind häufig Chemotherapien notwendig. Je nachdem, welche Medikamente eingesetzt werden, kann eine vorübergehende oder eine bleibende Azoospermie auftreten. Auch eine Strahlentherapie zählt bei einer Azoospermie zu den möglichen Ursachen. Männer mit Kinderwunsch können vor Beginn einer Chemo- oder Strahlentherapie eine Samenspende einfrieren lassen.

Hormonelle Störungen des Gehirns

Die Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron wird durch bestimmte Hormone aus dem Gehirn angeregt. Kommt es zu einer Störung dieser Hormone, ist die Produktion der Samenzellen beeinträchtigt oder verhindert. Solche hormonellen Störungen sind im Gegensatz zu den anderen Ursachen der Azoospermie selten und können sowohl erworben als auch angeboren sein.

Genetische Faktoren

Eine Azoospermie kann mit genetischen Veränderungen zusammenhängen und somit angeboren sein. Es handelt sich dann vorwiegend um Abweichungen in der Anzahl der Geschlechtschromosomen XY. Beispiele für genetische Defekte als Ursache der Azoospermie sind das Klinefelter- oder das Prader-Willi-Syndrom.


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