Azoospermie: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Juli 2015)

Bei einer Azoospermie beginnt die Diagnose mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese). Der Arzt fragt unter anderem nach relevanten Ereignissen und Umständen wie:

Bei der körperlichen Untersuchung berücksichtigt der Arzt meist nicht nur die Genitalien, sondern den gesamten Körper. Dabei sucht er zum Beispiel nach körperlichen Anzeichen, die darauf hindeuten, dass zu wenig männliche Geschlechtshormone gebildet werden. Er achtet dabei vor allem auf die sekundären Geschlechtsmerkmale (Behaarung, Stimmlage, Fettverteilung etc.) und Zeichen der Feminisierung ("Verweiblichung"), zum Beispiel die Brustentwicklung. Darüber hinaus untersucht der Arzt Penis und Hoden auf Auffälligkeiten.

Die sichere Diagnose kann nur durch eine Analyse des Spermas (Spermiogramm) gestellt werden. Dazu sollte der Mann drei bis fünf Tage auf Geschlechtsverkehr verzichten. Anschließend gibt er eine Probe seines Ejakulats ab, das dann im Labor untersucht wird. Damit eine Azoospermie sicher diagnostiziert werden kann, ist es ratsam, mindestens zwei bis drei Spermaproben zu untersuchen. Ein Spermiogramm sollte zudem nach drei Monaten wiederholt werden.

Bei der Spermauntersuchung werden unterschiedliche Eigenschaften des Spermas überprüft:

  • Farbe, Geruch, Konsistenz/Viskosität (Zähigkeit)
  • pH-Wert, Fruktosegehalt, Volumen
  • bakterielle Besiedlung
  • Spermiendichte, Beweglichkeit, Aussehen der Spermien

Unter dem Mikroskop können die Beweglichkeit, die Anzahl und das Aussehen der Spermien beurteilt werden. Bei der Azoospermie sind im Ejakulat keine Spermien vorhanden.

Da eine Azoospermie sowohl durch eine gestörte Entwicklung der Spermien als auch durch eine Störung im Bereich der ableitenden Samenwege oder durch genetische Faktoren verursacht werden kann, sind vielfältige weitere Untersuchungen notwendig, um die genaue Ursache abzuklären. Dazu gehören unter anderem:

  • Hormonuntersuchungen
  • genetische Tests
  • immunologische Untersuchungen
  • Durchgängigkeitsprüfungen der ableitenden Samenwege
  • Probeentnahmen aus dem Hoden
  • bildgebende Verfahren der Hoden

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