Azoospermie: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Juli 2015)

Mediziner sprechen von einer Azoospermie, wenn das Ejakulat keine Spermien enthält. Spermien sind die reifen männlichen Samenzellen, die in den Hoden gebildet werden.

Die Azoospermie gehört zu den Fruchtbarkeitsstörungen (Fertilitätsstörungen) beim Mann. Eine Fruchtbarkeitsstörung liegt vor, wenn trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr ohne Schwangerschaftsverhütung nach einem Jahr keine Befruchtung stattgefunden hat. Bei ungewollter Kinderlosigkeit liegen die Ursachen zu etwa einem Drittel beim Mann. Die Azoospermie gilt dabei als eine von vielen Ursachen und ist in etwa 5 von 100 Fällen für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich.

Spermien

Im Hoden befinden sich als Ursamenzellen die sogenannten Spermatogonien. Zusätzlich sind Stützzellen (Sertoli-Zellen) vorhanden. Die Stützzellen ernähren die Samenzellen. Sie bilden ein schwammartiges Netzwerk, welches die Entwicklung von Spermatogonien bis hin zu reifen Samenzellen fördert.

Illustration: Spermien und Eizelle. © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Bei einer Azoospermie enthält das Ejakulat keine Spermien.

Wenn sich eine Spermatogonie teilt, entstehen zwei Zellen. Eine dieser Zellen nimmt den Platz der ursprünglichen Spermatogonie ein und bleibt somit eine Ursamenzelle, die sich später erneut teilen kann. Die zweite bei der Teilung entstandene Zelle entwickelt sich zu einem sogenannten Spermatozyt. Aus den Spermatozyten entstehen nach Reifeteilungen die Spermatiden, die mit 23 Chromosomen bereits nur noch den halben Chromosomensatz besitzen. Aus den Spermatiden entwickeln sich schließlich die reifen Samenzellen (Spermien). Der Prozess der Entwicklung eines reifen Spermiums aus der Spermatogonie wird als Spermatogenese bezeichnet und dauert beim Menschen etwa 90 Tage.

Spermien bestehen aus Kopf, Hals, Mittelstück und Schwanz. Der Kopf des Spermiums enthält den Zellkern mit dem darin befindlichen Erbgut und das wie eine Kappe auf dem Zellkern sitzende sogenannte Akrosom. Das Akrosom enthält Enzyme, welche die Schutzhülle der Eizelle auflösen und es den Spermien so ermöglichen, in die Eizelle einzudringen. Die Spermien bilden zusammen mit dem Sekret der Nebenhoden, der Samenbläschen, der Prostata und einiger weiterer kleinerer Drüsen das Sperma beziehungsweise Ejakulat.

Das Sperma wird umgangssprachlich als Samenflüssigkeit oder kurz als Samen bezeichnet. Es handelt sich um eine weißlich trübe, klebrige, fadenziehende Flüssigkeit mit einem charakteristischen Geruch. Im Allgemeinen werden bei einer Ejakulation etwa zwei bis sechs Milliliter Sperma abgegeben.

Im Regelfall sind pro Milliliter Sperma mehrere Millionen Spermien vorhanden. Bei der Azoospermie dagegen fehlen die Spermien und der Mann ist unfruchtbar. Von normalem Sperma (Normospermie) spricht man, wenn mehr als 20 Millionen Spermien pro Milliliter Sperma vorhanden sind und mehr als 50 Prozent aller Spermien ein normales Aussehen und eine normale Beweglichkeit aufweisen.

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