Autismus: Ursachen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (17. März 2016)

Frühkindlicher Autismus

Welche Ursachen der frühkindliche Autismus hat, ist nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass verschiedene Faktoren zur Entstehung beitragen, so zum Beispiel genetische Einflüsse und hirnorganische Störungen.

Vieles spricht dafür, dass bei Autismus genetische Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Wenn ein Zwillingskind Autist ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch der andere Zwilling betroffen ist, überdurchschnittlich hoch – bei eineiigen Zwillingen beträgt das Risiko hierfür etwa 95 Prozent, bei zweieiigen Zwillingen etwa 23 Prozent.

Zwei kleine Babies schlafen in einem Korb. © Jupiterimages/iStockphoto

Ist ein Zwilling autistisch, ist das Risiko, dass Bruder oder Schwester ebenfalls erkrankt sind, deutlich erhöht.

Zudem liegen bei Kindern mit frühkindlichem Autismus wahrscheinlich neurologische Veränderungen in der Gehirnstruktur beziehungsweise der Gehirnfunktion vor. Im Gegensatz zu gesunden Kindern weisen Autisten zum Beispiel Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, im Essverhalten oder in der Ausscheidungsfunktion auf. Dass als Autismus-Ursachen neurologische Faktoren infrage kommen, liegt auch deswegen nahe, weil bei bis zu 30 Prozent der Erkrankten im Laufe des Lebens epileptische Anfälle auftreten.

Darüber hinaus haben Forscher herausgefunden, dass Personen mit frühkindlichem Autismus einen veränderten Gehirnstoffwechsel aufweisen.

Asperger-Syndrom

Vermutlich sind es mehrere Faktoren, die ein Asperger-Syndrom begünstigen. Die genauen Ursachen sind bislang nicht abschließend geklärt.

Eine genetische Komponente spielt eine große Rolle, denn das Asperger-Syndrom kommt in manchen Familien gehäuft vor.

Aber auch andere Faktoren sind an der Entstehung beteiligt. Hierzu zählen vor allem hirnorganische und biochemische Auffälligkeiten.

Rett-Syndrom

Beim Rett-Syndrom, das ausschließlich Mädchen betrifft, gelang es, die genaue erbliche Ursache einzugrenzen: Bei den Kindern ist ein bestimmtes Gen (MeCp2) auf dem X-Chromosom verändert.


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