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Stand: 30. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein weiterer Baustein der Autismus-Therapie ist das Verhaltenstraining, eine Methode der Verhaltenstherapie. Ein wichtiges Ziel dieser Behandlung besteht darin, dem Autisten zu helfen, Beziehungen mit anderen Menschen aufzubauen und mit diesen zu kommunizieren.
Beim Verhaltenstraining findet in erster Linie das sogenannte Belohnungsprinzip Anwendung. Das bedeutet: Der Autist erhält für jedes erwünschte Verhalten eine Belohnung (sog. positive Verstärkung). Nimmt das autistische Kind beispielsweise Kontakt mit einem anderen Kind auf, bekommt es als Belohnung ein Lieblingsspielzeug oder es darf sich eine Aktivität aussuchen. Die Eltern sind in diese Form der Autismus-Therapie intensiv eingebunden – dadurch können sie ihr Kind auch in der häuslichen Umgebung bestärken und die Beziehung zu ihm verbessern.
Allgemein erfolgt das Lernen beim Verhaltenstraining in kleinen Schritten (v.a., wenn der Autist geistig beeinträchtigt ist), weshalb auch kleinste Fortschritte zu belohnen sind. Zeigt ein Autist selbstverletzendes (autoaggressives) Verhalten, kann es notwendig sein, bei der Verhaltenstherapie konsequente Maßnahmen einzusetzen. Schlägt beispielsweise ein autistisches Kind seinen Kopf gegen eine Wand, kann die Konsequenz darin bestehen, ihm ein Spielzeug für eine gewisse Zeit wegzunehmen (sog. negative Verstärkung). Es ist jedoch ratsam, solche Konsequenzen bei der Autismus-Therapie nur ausnahmsweise zu ziehen, denn: Sie können sich auf Dauer negativ auswirken und das Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Therapeuten stören.
Bei Autismus kann die Therapie auch kreative Verfahren wie die Musiktherapie und Kunsttherapie umfassen. Weitere alternative Therapien sind Verfahren, bei denen Tiere therapeutisch zum Einsatz kommen, beispielsweise die Reittherapie (Hippo-Therapie). Grundlegende wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit solcher Behandlungen fehlen noch – in Einzelfällen und im Rahmen eines vollständigen Behandlungsplans können sie für autistische Menschen aber hilfreich sein.
Auch bei Autismus empfehlenswerte alternative Therapien sind Krankengymnastik und Logopädie. Solche Verfahren können helfen, mit dem Autismus einhergehende motorische Auffälligkeiten und Sprachstörungen zu verringern.
Für den Erfolg der Autismus-Therapie spielt nicht zuletzt die Elternarbeit eine große Rolle. Daher ist es wichtig, die betroffenen Eltern zu unterstützen. Viele Eltern fühlen sich durch den Autismus ihres Kindes stark belastet. Umfangreiche Informationen und Unterstützung helfen ihnen, mit der Situation besser umzugehen. Erfahren sie beispielsweise, dass ein ablehnendes Erziehungsversagen entgegen früheren Annahmen nichts mit der Entwicklung des Autismus zu tun hat, bedeutet dies für viele Eltern bereits eine starke Entlastung.
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