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Autismus

Begrenzte Interessen sowie stereotype Bewegungen und Verhaltensweisen

Stand: 30. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Autismus äußert sich auch durch Symptome wie begrenzte Interessen sowie stereotype Bewegungen und Verhaltensweisen: Ein für den Autismus typisches Symptom ist die ständige Wiederholung bestimmter Körperbewegungen (sog. Stereotypen). Manche Autisten bewegen eine Hand ständig hin und her, andere wippen ihren ganzen Körper im Sitzen immer wieder vor und zurück.

Mit normalen Spielsachen beschäftigen sich autistische Kinder in der Regel nicht gerne. Vor allem ein frühkindlicher Autismus (sog. Kanner-Syndrom) führt dazu, dass sich die Betroffenen mehr für Teilaspekte einer Sache interessieren, zum Beispiel mehr für das Rad eines Spielautos als für das Auto selbst. Zudem können mechanische, sich drehende Gegenstände ihre Aufmerksamkeit fesseln – beispielsweise können sie stundelang vor einer Waschmaschine die Trommel beobachten. Viele Autisten entwickeln Spezialinteressen und reifen darin zu wahren Experten heran. So lernen sie Fahrpläne der Bahn bis ins kleinste Detail auswendig oder zeigen eine besondere Begabung. Allerdings ist bei etwa 70 Prozent der Kinder mit frühkindlichem Autismus die Intelligenz gemindert.

Autisten hängen sehr an Ritualen: Ihnen ist es etwa wichtig, dass bestimmte Dinge wie Möbelstücke immer am gleichen Ort stehen. Auf ein plötzliches Umstellen von Möbeln reagieren viele autistische Menschen mit emotionalem Stress, was sich durch verschiedene Symptome äußern kann: Vor allem bei frühkindlichem Autismus sind große Angst, Wut oder Aggression als Reaktionen auf solche Veränderungen möglich (sog. Veränderungsangst). Eine ähnliche Reaktion zeigen frühkindliche Autisten, wenn Bezugspersonen zum Beispiel beim Einkaufen plötzlich einen anderen Weg als den gewöhnlichen zum Supermarkt einschlagen.

Menschen mit Asperger-Syndrom sind meist durchschnittlich oder überdurchschnittlich intelligent, haben aber trotzdem oft Lernprobleme. Ein Grund für diese Symptome ist ihre mangelnde Aufmerksamkeit und die Tendenz, sich durch eigene spontane Ideen ablenken zu lassen. Besonders bemerkenswert sind auch ihre ungewöhnlichen Interessen (sog. Sonderinteressen). Einige fallen bereits im Vorschulalter als wahre Naturforscher, Kunstexperten oder Rechenkünstler auf. Menschen mit Asperger-Autismus reagieren auf Anforderungen oder Einschränkungen häufig mit Wutausbrüchen. Außerdem neigen sie dazu, ihren Willen durchsetzen zu wollen. In ihren Bewegungen sind Asperger-Autisten oft ungeschickt, wodurch ihre Körpersprache gering ausgeprägt ist.

Das Rett-Syndrom betrifft ausschließlich Mädchen. Typisches Symptom dieser Form von Autismus ist, dass die betroffenen Mädchen die Fähigkeit verlieren, ihre Hände zielgerichtet zu steuern: Sie bewegen die Hände eigenartig, so als ob sie etwas mit ihnen waschen würden. Diese Bewegung wiederholen sie sehr oft (sog. Bewegungsstereotypen). Ihr Gang wirkt flapsig, grobmotorisch und unkoordiniert – das gleiche gilt auch für die Bewegungen ihres Oberkörpers. Viele knirschen mit den Zähnen und haben epileptische Anfälle. Auffälliges Merkmal bei Menschen mit Rett-Syndrom ist auch das verlangsamte Kopfwachstum.

Weiterlesen: Autismus: Symptome – Weitere Einschränkungen

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