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Stand: 30. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Autismus äußert sich durch verschiedene Symptome. Allerdings treten sie nicht bei allen Autisten gleichermaßen auf. Außerdem treten die ersten Anzeichen für die autistische Störung je nach Autismus-Form in unterschiedlichen Lebensaltern auf:
Allgemein wirkt sich Autismus auf verschiedene Lebensbereiche aus. Typische Symptome sind:
Die einen Autismus kennzeichnenden Symptome führen zur Störung der zwischenmenschlichen Beziehungen: Ein Autist neigt dazu, sich von seiner Umwelt abzukapseln. Manche Autisten wirken auf unbestimmte Art seltsam und unnahbar. Es fällt ihnen schwer, sich in die Gefühle anderer Menschen hineinzuversetzen und deren Gedanken zu verstehen. Zudem sind Autisten nur eingeschränkt in der Lage, dauerhafte und vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Auf Kontaktversuche reagieren sie meist abweisend: Sie weichen Blickkontakten aus und lehnen Körperkontakt, wie Umarmungen oder Berührungen, sehr stark ab. In schweren Fällen suchen sie Kontakt über Riechen, Tasten oder andere Sinne – oft sind diese Versuche mit bestimmten Ritualen verbunden. Beim Spielen bezieht das autistische Kind andere Menschen nicht mit ein und bleibt lieber für sich.
Im Vergleich zu gesunden Kindern zeigen Kinder mit Autismus kaum Nachahmungsverhalten. So erwidern sie zum Beispiel beim Verabschieden kein Winken. Vielen Autisten fällt es schwer, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu äußern. Sind autistische Kinder traurig, suchen sie meist nicht nach Trost oder können ihren Wunsch nach Trost nicht angemessen ausdrücken.
Ein frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom) ist einer der Hauptformen von Autismus. Die ersten Symptome zeigen sich früh: Das Sozialverhalten der Betroffenen ist bereits im Säuglingsalter auffällig. Anzeichen hierfür ist, dass sie zum Beispiel andere Menschen nicht ansehen, sie nicht begrüßen und auch keinen Körperkontakt zu ihren Eltern suchen. Für viele Kinder scheinen die Mitmenschen gar nicht zu existieren. Wenn sie älter werden, fallen die sozialen Beeinträchtigungen nicht mehr in dem Maße auf – allerdings meiden sie weiterhin andere Kinder und Mitmenschen. Sie kapseln sich mehr oder weniger von ihrer Umwelt ab und nehmen nur mit vertrauten Menschen Kontakt auf.
Das Asperger-Syndrom gilt als leichter frühkindlicher Autismus: Hierbei ist die Störung der zwischenmenschlichen Beziehungen meist weniger tief greifend. Die Symptome fallen meist erst im Kindergarten oder in der Grundschule auf und sind weniger stark ausgeprägt: Ein Asperger-Autist nimmt nur sehr begrenzt Kontakt zu anderen Kindern auf und wirkt isoliert.
Das Rett-Syndrom ist eine angeborene Form des Autismus, die ausschließlich Mädchen betrifft. Die ersten Symptome treten zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 4. Lebensjahr auf. Sowohl die körperliche als auch die geistige Entwicklung der betroffenen Mädchen verlangsamt sich plötzlich oder bricht ab; ihre Fähigkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, geht verloren.
Ein atypischer Autismus, ebenfalls eine Variante des frühkindlichen Autismus, äußert sich erst ab dem 3. Lebensjahr durch autistische Symptome. Dabei ist die Störung der zwischenmenschlichen Beziehungen aber ebenso wie andere Autismus-Merkmale schwächer ausgeprägt.
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