Augenverletzungen: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. Juli 2015)

Für Augenverletzungen gibt es sehr verschiedene Ursachen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Unfälle
  • Fremdkörper
  • stumpfe Schläge
  • Schnitte
  • Hitze
  • reizende bis ätzende Flüssigkeiten

Je nach Verletzungsursache lassen sich Augenverletzungen wie folgt einteilen:

  • mechanisch bedingte Verletzungen
  • chemisch bedingte Verletzungen (z.B. Verätzungen)
  • physikalisch bedingte Verletzungen (z.B. Verbrennungen oder Strahlungsverletzungen)
  • indirekte okuläre Traumen: Die Augen sind dabei nicht direkt von einer Verletzung betroffen, Augenverletzungen entstehen dabei indirekt nach Schädel- oder Brustkorbtraumata (z.B. Purtscher-Syndrom).

Fremdkörper

Die häufigsten Augenverletzungen werden durch Fremdkörper verursacht, die bei Freizeitaktivitäten oder durch Verkehrs- und Arbeitsunfälle (meist Metallpartikel bei Flex-, Schleif- und Schweißarbeiten) ins Auge eindringen. Diese Fremdkörper bleiben oft in der Hornhaut oder in der Lederhaut (Sklera) stecken.

Kleinere, durch Wind in das Auge getragene Sandkörner, Insekten sowie Pflanzenteile können sich unter dem Lid verfangen und dann bei jedem Lidschlag über die Hornhaut kratzen und ein Fremdkörpergefühl verursachen. Mit dem Fremdkörper können außerdem Keime in das Auge gelangen und dort Entzündungen hervorrufen.

Prellungen

Prellungen oder Blutergüsse im Augenbereich sind bei Augenverletzungen ebenfalls häufige Ursachen. Sie entstehen durch einen stumpfen Aufprall, etwa durch

  • einen Tennisball,
  • Golfball,
  • durch Sektkorken,
  • Steine (z.B. beim Rasenmähen),
  • Holzscheite (Holzhacken),
  • Schneebälle
  • oder einen Schlag mit der Faust.

Ein Bluterguss am Auge kann sich außerdem bei einer gebrochenen Nase oder einem gebrochenem Schädelknochen bilden.

Verätzungen, Verbrennungen, Verblitzungen

Bei Augenverletzungen kommen als weitere Ursachen Verätzungen mit Säuren und Basen infrage. Die basischen Verätzungen sind oft folgenschwerer und führen am häufigsten zu Erblindungen, da die Base schneller durch die Schichten des Augapfels dringt als eine Säure. Im Allgemeinen spielt hierbei auch die Konzentration der jeweiligen Substanz eine Rolle.

Einflüsse, die zu einer oberflächlichen manchmal tiefen Verbrennung der Augen führen können, sind:

  • Stichflammen
  • heiße Dämpfe oder Gase
  • kochendes Wasser oder Fett
  • glühendes Metall
  • glühende Kohle
  • Strom

Durch den Lidreflex bleiben Verbrennungen durch Flammen oder heiße Dämpfe meist auf die Lider beschränkt. Bei Explosionen von Feuerwerkskörpern können zusätzlich Rußpartikel in das Auge geraten.

Auch eine Verblitzung (Keratitis photoelectrica) kann die Augen schädigen. Schon ein kurzer Zeitraum, in dem das Auge intensivem ultraviolettem Licht ausgesetzt ist, kann zu einem Schaden der Hornhautoberfläche führen. Ein ungeschützter Blick in die Schweißflamme, die Höhensonne oder auf sonnenbestrahlten Schnee in großen Höhen kann ausreichen.

Abschürfungen, Stiche, Schnitte

Hornhautabschürfungen können durch Fingernägel, falsch eingesetzte Kontaktlinsen oder einen Zweig entstehen, der beim Spaziergang oder der Gartenarbeit das Auge verletzt.

Die häufigsten Ursachen für perforierende (intraokulare) Augenverletzungen sind Stiche und Schnitte, etwa durch Glasverletzungen wie ein zerbrochenes Brillenglas beim Sturz, explodierende Getränkeflaschen oder durch zerbrechende Windschutzscheiben, sowie Hammer- und Meißelverletzungen. Besonders bei der letzteren Verletzungsart kann zusätzlich ein Fremdkörper im Auge stecken bleiben.

Andere Ursachen

Auch Operationen am Auge, zum Beispiel die Korrektur des grauen Stars (Katarakt), stellen einen Risikofaktor für Augenverletzungen dar.

Augenverletzungen können auch während der Geburt entstehen. So kommt es bei etwa einem Viertel der Neugeborenen zu Einblutungen in die Netzhaut, die jedoch innerhalb von sieben bis zehn Tagen selbstständig verschwinden.


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