Augenverletzungen: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. Juli 2015)

Bei Augenverletzungen richtet sich die Therapie nach Art und Schwere der Verletzung. Oberflächliche Wunden können meist ambulant versorgt werden oder heilen selbstständig ab. Penetrierende oder perforierende Augenverletzungen muss meist ein Augenarzt behandeln oder operieren.

Leichte Augenverletzungen

Fremdkörper an der Hornhautoberfläche lassen sich durch Umklappen des Lids meist leicht entfernen, wenn sie nicht bereits durch den Schutzmechanismus des Auges (Lidschlag, Tränenfilm) ausgeschwemmt wurden. Oberflächlich sitzende Fremdkörper kann ein Arzt außerdem mit einer Lanzette abheben. Feine Splitter, die nicht tiefer als bis in die Bindehaut eingedrungen sind, entfernt er mit einem feinen Bohrer.

Versuchen Sie nicht selbst, größere Fremdkörper wie Splitter aus dem Auge zu entfernen, da dies das Auge noch mehr verletzen kann.

Oberflächliche Prellungen ("blaues Auge", Einblutungen in die Bindehaut, aber nicht weiter ins Auge hinein) heilen selbstständig ab. Kalte Kompressen können die Schwellung im Anfangsstadium eindämmen.

Oberflächliche Schnitte oder Risse verheilen selbstständig oder können mit feinen Stichen genäht werden. Bei Verletzungen am Lid ist häufig auch der angrenzende Tränenkanal verletzt. Diesen kann der Augenarzt mit einem kleinen Silikonschlauch schienen und die Lidwunde darüber nähen. Der Schlauch verbleibt drei bis sechs Monate und wird anschließend entfernt.

Auch Risse in der Bindehaut kann der Arzt – soweit keine darunter liegenden Strukturen betroffen sind – nähen.

Hornhautabschürfungen verheilen meist selbstständig. Antibiotische und desinfizierende Augensalben sowie ein Augenverband können die Heilung unterstützen.

Schwere Augenverletzungen

Bei Verätzungen – zum Beispiel durch löschkalkhaltigen Mörtel oder Putz – müssen noch am Unfallort Sofortmaßnahmen erfolgen. Spülen Sie das Auge sofort aus! Dazu eignen sich isotonische Kochsalzlösungen oder auch reines Leitungswasser. Beim Ausspülen sollten Sie starkes Reiben am Auge unbedingt vermeiden.

Suchen Sie außerdem bei einer Verätzung des Auges in jedem Fall einen Augenarzt oder im besten Fall gleich eine Klinik mit augenärztlicher Ambulanz auf.

Perforierende (intraokulare) Verletzungen sollten sie schnellstmöglich operativ versorgen lassen. Dies erfolgt meist unter Vollnarkose. Da eindringende Keime schwere Entzündungen im Auge hervorrufen können, verschreibt der Arzt anschließend meist Antibiotika.

Knochenbrüche im Augenbereich muss ein Chirurg operieren und richten. Sollte es nötig sein, kann ein Mund-Kiefer-Gesichtschirurg die Verletzungen behandeln und das Gesicht rekonstruieren.

Bei Blutergüssen (Hämatomen) in der Augenhöhle steigt häufig der Augeninnendruck bedenklich an. Intravenös verabreichte Medikamenten senken den Druck – in seltenen Fällen muss der Arzt durch einen Schnitt am Lidrand Platz für das sich ausbreitende Blut schaffen.

Bei Verletzungen des Sehnervs verordnet der Arzt zunächst oft hoch dosierte Kortisonpräparate, damit der Sehnerv abschwillt. Nehmen die Beschwerden weiter zu, muss der Neurochirurg operieren und so den Sehnerv entlasten.

Prellungen, Schnitte oder eingedrungene Fremdkörper können die Linse verletzen oder verschieben. Bei schweren Verletzungen entfernt ein Chirurg Linse und Linsenreste und setzt eine Kunstlinse ein. Ebenso kann bei größeren Hornhautschäden eine Hornhautverpflanzung nötig sein. Bei Netzhautschäden ist oft eine Laserbehandlung möglich.

Sind Fremdkörper bis in den Glaskörper des Auges vorgedrungen, sollte ein Spezialist diesen entfernen (Vitrektomie).

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