Augenverletzungen: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. Juli 2015)

Bei Augenverletzungen kann der Arzt die Diagnose häufig schon anhand der sichtbaren Verletzungen stellen. Wenn Fremdkörper jedoch tief ins Auge eindringen oder besonders klein sind, lassen sie sich mit dem bloßen Auge teilweise nicht erkennen. Prellungen können Blutergüsse am Augenhintergrund hervorrufen, die ebenfalls nicht direkt sichtbar sind.

Daher betrachtet der Arzt die Augen (das verletzte Auge sowie das unverletzte Auge) zunächst oberflächlich und befragt den Patienten zum Unfallhergang. Im nächsten Schritt untersucht er die Verletzung mithilfe verschiedener Verfahren. Um das Auge öffnen und untersuchen zu können, werden zunächst schmerzstillende Augentropfen verabreicht. Anschließend werden verschiedene Funktionen des Auges überprüft, zum Beispiel:

Bei Prellungen untersucht der Arzt insbesondere den sogenannten Kammerwinkel sowie – bei geweiteter Pupille – das Augeninnere. Der Kammerwinkel befindet sich zwischen Hornhaut und Iris. Er dient dazu, dass das Kammerwasser, welches kontinuierlich durch das Auge fließt, abfließen kann. Ist der Fluss gestört, etwa durch eine Schwellung des Gewebes, kann der Augeninnendruck ansteigen – ein Glaukom kann die Folge sein.

Bei der Untersuchung der Hornhaut achtet der Arzt auf eventuell sichtbare Verletzungen und den Blinzelreflex, auch Hornhautreflex genannt. Dabei reizt er die Horn- und Bindehaut des Auges – zum Beispiel indem er die Wimpern berührt oder den Patienten blendet – und achtet auf seine physiologische Reaktion.

Kleine Eintrittswunden und Fremdkörper kann der Arzt sichtbar machen, indem er die Hornhaut mit speziellen Tropfen (Fluoreszein) einfärbt und mit einem Spaltlampenmikroskop untersucht.

Ob von der Augenverletzung auch der Sehnerv betroffen ist, erkennt der Arzt meist an einer fehlerhaften Pupillenreaktion. Auch eine Computertomographie (CT) der Augenhöhle und des Kopfs kann Aufschluss über Verletzungen des Sehnervs sowie über tief sitzende oder kleine Fremdkörper geben.

Blutergüsse (Hämatome) lassen das Auge hervortreten, die Beweglichkeit ist eingeschränkt und der Augeninnendruck häufig erhöht. Blutungen sowie tief eingedrungene oder besonders kleine Fremdkörper kann ein Augenarzt mit einer Ultraschalluntersuchung entdecken.

Wichtig für die anschließende Therapie ist die Einteilung, ob es sich

  • um oberflächliche, ambulant zu versorgende Augenverletzungen handelt
  • oder um perforierende (intraokulare) Verletzungen, die ein Chirurg operieren muss.

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