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Kontaktlinsen

Harte Kontaktlinsen

Stand: 28. Februar 2012Autor: Onmeda-Redaktion

Die ersten harten Kontaktlinsen bestanden aus Polymethylmethacrylat (PMMA), einem Kunststoff, der in seiner Zusammensetzung Plexiglas gleicht. Moderne harte Kontaktlinsen hingegen sind aus einem Kunststoff gefertigt, der leicht flexibel ist. Daher bezeichnet man sie heutzutage auch als formstabile Kontaktlinsen. Formstabile Kontaktlinsen sind sehr leicht und hoch sauerstoffdurchlässig und daher besonders gut verträglich. Der Durchmesser der Kontaktlinsen liegt bei etwa acht bis zehn Millimetern.

Harte Kontaktlinsen sind teils viele Jahre haltbar sowie leicht zu pflegen und zu handhaben. Sie haben sehr gute optische Eigenschaften und können auch starke Fehlsichtigkeit ausgleichen. Außerdem können harte Kontaktlinsen bis zu einem bestimmten Grad auch Brechkraftfehler, wie eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) oder Hornhautunregelmäßigkeit, ohne weitere individuelle Anpassung ausgleichen, da sie im Gegensatz zu weichen Linsen ihre Form beibehalten (formstabil). Wenn bei einem stark ausgeprägten Astigmatismus die Fehlsichtigkeit nicht mit normalen (sphärischen) harten Kontaktlinsen ausreichend korrigierbar ist, bieten sich sogenannte torische Kontaktlinsen an: Sie sind als harte (formstabile) und als weiche Linsen erhältlich.

Harte Kontaklinsen passt der Augenarzt oder Optiker individuell an. Anders als bei weichen Linsen kann es einige Tage dauern, bis die Augen sich an das Fremdkörpergefühl gewöhnt haben. Harte Kontaktlinsen nimmt man vor dem Schlafengehen heraus, reinigt sie mit einer speziellen Reinigungslösung und bewahrt sie in einer speziellen Aufbewahrungsflüssigkeit bis zum erneuten Einsetzen auf.

Ortho-K-Linsen (Nachtlinsen)

Seit 2003 sind spezielle harte Kontaktlinsen für die Nacht auf dem deutschen Markt erhältlich: sogenannte Orthokeratologie-Kontaktlinsen (kurz: Ortho-K-Linsen oder OK-Linsen) – auch Nachtlinsen genannt. Die Ortho-K-Linsen können Sie beim Optiker oder Augenarzt anpassen lassen, um Ihre Kurzsichtigkeit über Nacht vorübergehend (für einen Zeitraum von bis zu 16 Stunden) zu beheben. Damit diese Methode funktioniert, müssen Sie die Linsen nachts mindestens acht Stunden lang tragen, also mit den Kontaktlinsen schlafen. Während dieser Zeit üben die Nachtlinsen sanften und konstanten Druck aus und modellieren dadurch die Hornhaut. Das Ergebnis: Die Brechkraft der Hornhaut verändert sich, sodass Sie tagsüber auf das Tragen von Sehhilfen völlig verzichten können.

Diese Kontaktlinsen für die Nacht sind aber nicht für alle Menschen geeignet: Ortho-K-Linsen funktionieren nur bei einer Kurzsichtigkeit von höchstens -4,5 Dioptrien und bei einer Hornhautverkrümmung von bis zu -1,5 Dioptrien. Eine weitere Voraussetzung für Nachtlinsen ist, dass das Auge eine ausreichende Menge Tränenflüssigkeit produziert. Diabetiker und Rheumatiker dürfen keine OK-Linsen tragen.

Durch den Einsatz von Nachtlinsen ist die Hornhaut nicht gefährdet. Neben der genauen Anpassung dieser Linsen ist eine regelmäßige Kontrolle durch einen Kontaktlinsenspezialisten jedoch unerlässlich.

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