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Stand: 14. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die gegen das Schielen (Strabismus) eingesetzte Therapie hängt davon ab, um welche Form des Schielens es sich handelt:
Beim Begleitschielen (Strabismus concomitans) zielt die Behandlung darauf ab, Stereosehen (d.h. räumliches Sehen durch die zu einem Bild zusammengefügten Seheindrücke beider Augen), die volle Sehschärfe und eine kosmetisch befriedigende Stellung beider Augen zu erreichen. Beim Schielen bei Kindern erfolgt die Therapie zunächst konservativ (d.h. ohne zu operieren): durch eine Brille (um eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren), durch Fusionsschulung (d.h. Augentraining zum Zusammenführen von Doppelbildern) und mit der sogenannten Okklusionsterapie (um die durch das Schielen bedingte Sehschwäche zu behandeln). Die Okklusionsterapie besteht darin, abwechselnd jeweils ein Auge nach einem festgelegten Zeitplan mit einem Pflaster abzudecken. Dadurch ist auch das sehschwache Auge zum Sehen gezwungen. Mit diesem Augentraining können die Kinder ein gutes Sehen erlernen. Das Schielen bei Erwachsenen kann man mit einer auf ein Brillenglas aufgeklebten Mattfolie (zum sog. Prismenausgleich) behandeln: Der so veränderte Strahlengang verhindert Doppelbilder. Daneben kann auch schielenden Erwachsenen eine Fusionsschulung helfen.
Unter Umständen ist beim Schielen zur Therapie auch eine Operation der Augenmuskeln ratsam: Dies ist der Fall, wenn der Schielwinkel beim Begleitschielen so stark ausgeprägt ist, dass ein beidäugiges Sehen durch nicht-operative Maßnahmen nicht zu erreichen ist, oder wenn das Schielen seelisch belastend wirkt und die Augen aus kosmetischen Gründen wieder parallel stehen sollen. Bei Kindern erfolgt diese Strabismus-Operation in der Regel unter Vollnarkose; bei Erwachsenen ist eine örtliche Betäubung möglich.
Beim Lähmungsschielen (Strabismus paralyticus) richtet sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Ursache. Gelegentlich kann sich das durch gelähmte Augenmuskeln verursachte Schielen auch innerhalb der ersten Wochen oder Monate ohne Therapie zurückbilden. Und nicht immer ist ein eindeutiger Auslöser für das Lähmungsschielen zu finden. Wenn das Schielen trotz ursächlicher Therapie nicht verschwindet, besteht – wie beim Begleitschielen – die Möglichkeit, es durch eine Prismenbrille (oder durch eine auf die vorhandene Brille aufgeklebte Prismenfolie) auszugleichen. Bleibt das Schielen über mindestens sechs Monate bestehen, ist es auch möglich, die betroffenen Augenmuskeln zu operieren.
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