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Stand: 14. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Normalerweise befinden sich die Augenmuskeln im Gleichgewicht zueinander, sodass die Seheindrücke beider Augen zu einem einzigen Bild verschmelzen (Fusion). Ein verstecktes Schielen (bzw. latentes Schielen oder Heterophorie) liegt vor, wenn das Gleichgewicht gestört ist, aber die Fusionskraft diese Störung meist ausgleichen kann. In diesem Fall schielen die Betroffenen nur unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel bei starker Müdigkeit.
Eine solche Heterophorie findet sich bei über 70 Prozent aller Menschen. Trotz einiger Abweichungen ist das Gehirn meist in der Lage, eine geringe Störung des Augenmuskelgleichgewichts ohne Beschwerden zu tolerieren. Nur bei etwa 10 Prozent der Betroffenen führt latentes Schielen zu Beschwerden.
Anders als beim latenten Schielen ist es beim Begleitschielen (Strabismus concomitans, Heterotropie) nicht möglich, ein bestehendes Ungleichgewicht der Augenmuskeln zu überwinden. Infolgedessen sind die Sehachsen beider Augen nicht auf dasselbe Objekt gerichtet. Auch wenn sich die Augen bewegen, bleibt beim Begleitschielen der Winkel der Sehachsen gleich. Diese Form von Schielen tritt meistens bei Kindern in den ersten beiden Lebensjahren auf. Die Kinder können auch mit einem bereits vorhandenen Schielen zur Welt kommen. Ungefähr vier Prozent aller Kinder sind vom Begleitschielen betroffen. Die häufigste Form von Begleitschielen ist das frühkindliche Einwärtsschielen, das bei Babys innerhalb der ersten sechs Lebensmonate auftritt.
Wenn einer oder mehrere äußere Augenmuskeln ausfallen, ist ein plötzliches Schielen die Folge – ein sogenanntes Lähmungsschielen (Strabismus paralyticus). Diese Form von Schielen tritt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf. Der Schielwinkel ist beim Lähmungsschielen je nach Blickrichtung unterschiedlich.
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