Startseite > Krankheiten > Augenerkrankungen > Retinoblastom > Definition
Stand: 13. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Das Retinoblastom ist ein bösartiger Tumor im Auge, der aus unreifen Zellen der Netzhaut entsteht (lat. retina = Netzhaut; griech. blastos = Keim). Der Grund für das unkontrollierte Zellwachstum ist ein funktionsunfähiges Tumorsuppressorgen:
Gene sind Träger der Erbinformationen des Menschen; sie liegen auf insgesamt 46 fadenförmigen Gebilden im Zellkern (sog. Chromosomen), die paarweise angeordnet sind, sodass alle Erbinformationen in zwei Kopien vorhanden sind. Tumorsuppressorgene enthalten die Information für die Steuerung des Zellwachstums (Suppression = Unterdrückung); sind beide Kopien eines solchen Gens geschädigt und dadurch ausgeschaltet, läuft das Zellwachstum ungesteuert ab und es entstehen Tumoren. Je nachdem, wo dies geschieht, unterscheidet man zwei Retinoblastom-Formen:
Andere Bezeichungen für das Retinoblastom sind Glioma retinae und Neuroblastoma retinae.
Das Retinoblastom ist zwar der häufigste Augentumor im Kindesalter, dennoch ist die Häufigkeit dieser Form von Krebs insgesamt gering. Schätzungsweise entwickelt sich bei etwa 1 von 20.000 Kindern im Auge ein Retinoblastom, wobei die meisten Kinder ein bis vier Jahre alt sind. Beide Geschlechter sind etwa gleich häufig betroffen.
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