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Netzhautablösung

Netzhautablösung: Definition

Stand: 18. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einer Netzhautablösung (auch Ablatio retinae bzw. Amotio retinae) hebt sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut – die Photorezeptorschicht – von der darunter liegenden Aderhaut (Pigmentepithel) ab. In der Folge kann sich in dem Spalt zwischen den Schichten Flüssigkeit ansammeln.

Die in der Netzhaut liegenden sogenannten Photorezeptoren ermöglichen das Sehen, indem sie Licht- und Farbreize aufnehmen (photo leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet Licht). Normalerweise erfolgt die Versorgung der Netzhaut durch die direkt darunterliegende Aderhaut. Sind die beiden Schichten durch eine Netzhautablösung voneinander getrennt, ist die Versorgung der Netzhaut unterbrochen. Dauert diese Unterbrechung länger an, kommt es zu einer Schädigung der Netzhautfunktion, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

Bei der Netzhautablösung lassen sich – abhängig von den Ursachen – verschiedene Formen unterscheiden. Zu den Hauptformen zählen:

  • Rissbedingte (rhegmatogene) Netzhautablösung: Diese Form entsteht, wenn sich der Glaskörper abhebt. Dadurch übt er an den Anheftungsstellen einen Zug auf die Netzhaut aus, bis diese reißt. Eine Glaskörperabhebung geschieht bei allen Menschen im Alter (bei Kurzsichtigkeit auch früher) von selbst, kann aber auch die akute Folge äußerer Einwirkungen sein (traumatische Glaskörperabhebung z.B. nach Prellung des Augapfels).
  • Zugbedingte (traktive) Netzhautablösung: Hierzu kommt es, wenn die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut von der Aderhaut weggezogen wird, ohne dass ein Riss entsteht.
  • Durch Flüssigkeitseinlagerung bedingte (exsudative) Netzhautablösung: Hierbei stammt die Flüssigkeit, die sich im Spalt zwischen lichtempfindlicher Schicht der Netzhaut und Aderhaut ansammelt, aus Gefäßen der Netzhaut oder der Aderhaut.

Zu einer Kombination aus riss- und zugbedingter Netzhautablösung kann es kommen, wenn die Netzhaut durch Zug reißt.

Häufigkeit

Die rissbedingte (rhegmatogene) Netzhautablösung weist von allen Formen die größte Häufigkeit auf. Insgesamt sind Netzhautablösungen jedoch selten und kommen etwa bei 1 von 10.000 Menschen vor. Ältere und stark kurzsichtige Menschen sind im Vergleich zu jüngeren beziehungsweise normalsichtigen Menschen öfter betroffen.

Weiterlesen: Netzhautablösung: Ursachen

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