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Nachtblindheit (Hemeralopie)

Nachtblindheit: Ursachen

Stand: 19. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Nachtblindheit (Hemeralopie) kann erbliche oder erworbene Ursachen haben. In jedem Fall liegt einer Nachtblindheit ein Funktionsausfall der für das Dämmerungssehen verantwortlichen Sinneszellen (sog. Stäbchen) in der Netzhaut des Auges zugrunde, der eine Dunkeladaptation unmöglich macht: Das bedeutet, dass die Betroffenen ihre Augen nicht an die Dunkelheit anpassen können.

Bei einer erblich bedingten Nachtblindheit kann diese gestörte Dunkeladaptation sowohl angeboren sein als auch erst im Lauf des Lebens auftreten:

  • Die angeborene (kongenitale) stationäre Nachtblindheit besteht von Geburt an und bleibt in der Regel während des gesamten Lebens unverändert bestehen. Als Ursachen kommen verschiedene spontane Veränderung im Erbgut (sog. Mutationen) infrage, die eine Funktionsstörung der Stäbchen hervorrufen.
  • Eine Hemeralopie kann auch (das meist erste) Anzeichen für die Retinopathia pigmentosa sein: Bei dieser erblichen Netzhauterkrankung gehen zunächst die Stäbchen zugrunde – erst im Randbereich der Netzhaut, später auch zur Mitte hin. Die Nachtblindheit nimmt dabei typischerweise zu.

Wer eine erbliche Nachtblindheit hat, kann die zugrunde liegende Erbkrankheit durch Vererbung auch an die eigenen Nachkommen weitergeben. Je nach Ursachen für die Hemeralopie können zusätzlich zum gestörten Dämmerungs- und Nachtsehen eine Kurzsichtigkeit oder auch Veränderungen der für das Sehen am Tag verantwortlichen Sinneszellen der Netzhaut (der sog. Zapfen) bestehen.

Eine erworbene Nachtblindheit entsteht erst im Lauf des Lebens. Zu den möglichen Ursachen gehören:

  • Vitamin-A-Mangel: Vitamin A ist für die Regeneration von Rhodopsin (Sehpurpur) nötig, das bei der Aktivierung und Deaktivierung der Sinneszellen in der Netzhaut eine Rolle spielt. Ein Mangel an Vitamin A tritt entweder durch ungenügende Zufuhr des Vitamins, durch eine Störung der Vitamin-A-Aufnahme in den Körper, bei Magen-Darm-Erkrankungen oder bei Leberversagen auf.
  • Trübungen/Ablagerungen im Auge: Auch erhebliche Trübungen der Hornhaut oder der Linse sowie Eisenablagerungen im Auge (Siderosis) können mitunter eine Nachtblindheit auslösen.
  • Netzhaut- und Sehnerverkrankungen: Auch verschiedene Erkrankungen der Netzhaut oder des Sehnervs, wie beispielsweise das Glaukom, können mit der Zeit zu einer gestörten Anpassung an das Sehen in Dunkelheit führen.

Weiterlesen: Nachtblindheit: Symptome

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