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Blindheit

Stand: 29. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Blindheit ist die schwerwiegendste Sehbehinderung: Obwohl viele Hilfsmittel für blinde Menschen im Alltag für Erleichterung sorgen, bedeutet blind zu sein einen Verlust an Lebensqualität. Umso wichtiger ist es, eine Erblindung durch Erkrankungen (z.B. der Netzhaut) – hierzulande die häufigste Ursache für Blindheit – nach Möglichkeit zu vermeiden.

Blindheit kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein: Wenn ein Auge überhaupt kein Licht wahrnehmen kann, gilt es als völlig blind – diesen Zustand bezeichnet man als Amaurose oder Amaurosis. In Deutschland gelten Menschen jedoch nicht nur bei vollständiger Erblindung als blind, sondern auch bei einer Sehschärfe, die auf dem besseren Auge nicht mehr als zwei Prozent der Norm beträgt.

Blindheit kann angeboren sein oder im Lauf des Lebens entstehen. Für eine angeborene Blindheit oder erblich bedingte frühe Erblindung kommen zum Beispiel folgende Ursachen infrage:

  • vorgeburtliche Fehlbildungen am optischen System (z.B. fehlende Ausbildung der Netzhaut)
  • erbliche Netzhauterkrankungen (z.B. Retinopathia pigmentosa)
  • eine als lebersche kongenitale Amaurose bezeichnete Erbkrankheit, die mit einem beidseitigen Schwund des Sehnervs einhergeht

In Deutschland findet Erblindung jedoch überwiegend später infolge von Erkrankungen statt. Zu den möglichen Ursachen für eine erworbene Blindheit zählen:

Hierbei verschlechtert sich das Sehvermögen eines Auges allmählich. Eine plötzliche Erblindung hat meist andere Ursachen und betrifft meist nur ein Auge – dass jemand plötzlich auf beiden Augen blind ist, geschieht eher selten: Meist ist hierfür ein Prozess im Hirnbereich verantwortlich (z.B. Blutungen, Ödeme, Gefäßverschlüsse oder schwere Verletzungen). Mögliche Auslöser für eine schlagartige Verschlechterung des Sehvermögens eines Auges sind:

  • ein Gefäßverschluss, der ein zentrales Blutgefäß der Netzhaut oder ein versorgendes Gefäß des Sehnervs betrifft,
  • Blutungen unter die Netzhaut oder in den Glaskörper
  • Netzhautablösung

Die Möglichkeiten, eine Blindheit zu heilen, hängen von der Ursache der Erblindung ab. Bei einigen unvermittelt auftretenden Geschehen, wie dem Verschluss eines Netzhautgefäßes im Auge, kann man die Sehschärfe im frühen Stadium der Erblindung unter Umständen verbessern. Bei akuten Beschwerden ist es daher dringend zu empfehlen, sofort zum Augenarzt zu gehen. In der Regel sind die Therapiemöglichkeiten bei Blindheit jedoch begrenzt.

Weiterlesen: Erblindung: Definition

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