Atypischer Gesichtsschmerz (anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. April 2015)

Ein atypischer Gesichtsschmerz (anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz) ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose – das bedeutet: Zur Diagnose muss der Arzt alle anderen möglichen Ursachen für die Schmerzen im Gesicht ausschließen. Atypische Gesichtsschmerzen liegen dann vor, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Die Gesichtsschmerzen treten täglich, nahezu ständig und einseitig auf,
  • die Schmerzen lassen sich örtlich schlecht eingrenzen,
  • es sind keine körperlichen Ursachen für den Schmerz zu finden,
  • Zusatzuntersuchungen wie Röntgenaufnahmen von Gesicht und Kiefer sind unauffällig.

Ein atypischer Gesichtsschmerz macht zur Diagnose immer gründliche nicht-invasive Untersuchungen durch die betreffenden Fachabteilungen notwendig: Nur so kann man sicherstellen, dass der Schmerz im Gesicht kein Alarmsignal für eine zugrunde liegende Erkrankung ist. Besonders wichtig ist es, bei der Diagnose atypische Gesichtsschmerzen von der Trigeminusneuralgie zu unterscheiden, denn: Letztere kann man durch Operationen behandeln, während sich ein anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz durch operative Eingriffe verstärken kann.

Um feststellen zu können, ob ein anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz vorliegt, ist es außerdem notwendig, den Hals-Nasen-Ohrenbereich sowie Zähne und Kiefer zu untersuchen und so organische Ursachen für die Gesichtsschmerzen auszuschließen. Viele Menschen, bei denen ein atypischer Gesichtsschmerz vorliegt, waren vor der Diagnose bereits lange Zeit erfolglos in zahnärztlicher Behandlung. Um atypische Gesichtsschmerzen sicher von anderen Erkrankungen abzugrenzen, ist außerdem ein Röntgenbild wichtig, in dem keine Auffälligkeiten zu erkennen sein dürfen.


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