Atypischer Gesichtsschmerz (anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. April 2015)

Als atypischer Gesichtsschmerz (heute auch anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz genannt) gilt per Definition ein Schmerz, der nicht die kennzeichnenden Merkmale von Nervenschmerzen (sog. Neuralgie) besitzt und nicht durch andere Erkrankungen bedingt ist.

Ein atypischer Gesichtsschmerz ist demnach eine sogenannte Ausschlussdiagnose. Es liegt nur dann ein anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz vor, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Die Gesichtsschmerzen treten täglich, nahezu ständig und einseitig auf.
  • Die Schmerzen sind örtlich schlecht eingrenzbar.
  • Zusatzuntersuchungen wie Röntgenaufnahmen von Gesicht und Kiefer sind unauffällig.
  • Der Schmerz steht nicht in Zusammenhang mit einer organischen Krankheit.

Den Begriff atypischer Gesichtsschmerz prägten Frazier und Russell im Jahr 1924, um den typischen Gesichtsschmerz (sog. Trigeminusneuralgie) von anderen Formen von Gesichtsschmerzen zu unterscheiden. Diese Bezeichnung verlor jedoch später ihre Gültigkeit.

Über 10 Prozent aller Gesichtsschmerzen treten als atypischer Gesichtsschmerz auf. Zu 90 Prozent betrifft dieser anhaltende idiopathische Gesichtsschmerz Frauen – überwiegend im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.


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