Startseite > Krankheiten > Atemwegserkrankungen > Geschwollene Lymphknoten (Lymphknotenschwellung)
Stand: 28. Februar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Fast jeder Mensch hat schon einmal geschwollene Lymphknoten am eigenen Körper ertastet – zum Beispiel am Hals oder in der Leiste. Meist führen harmlose Infekte zu solch einer Lymphknotenschwellung. Aber auch schwerere Erkrankungen können sich durch geschwollene Lymphknoten bemerkbar machen.
Lymphknoten sind die Filterstationen für die Lymphflüssigkeit ("Gewebswasser"). Das Lymphsystem durchzieht, ähnlich wie die Blutgefäße, den Körper und dient der Abwehr von Krankheitserregern, dem Immunsystem. Die Lymphzellen (Lymphozyten) gehören zu den weißen Blutkörperchen. Überall im Körper befinden sich Lymphknoten: am Hals, in der Leiste, in der Achsel und in den inneren Organen. Lymphknoten sind dabei immer ähnlich aufgebaut, können in ihrer Größe aber variieren.
Geschwollene Lymphknoten können bei vielen verschiedenen Erkrankungen wie Infektionen, Entzündungen sowie gut- und bösartigen Tumoren vorkommen.
Dabei gilt: Lymphknotenschwellung ist nicht gleich Lymphknotenschwellung. Je nach Ursache können die Lymphknoten in einem ganz bestimmten Verteilungsmuster anschwellen: Manchmal ist eine Lymphknotenschwellung auf eine bestimmte Körperregion begrenzt (sog. lokalisierte Lymphknotenschwellung). Oft liegt dann eine Infektion oder Entzündung in diesem Bereich vor. Ein typisches Beispiel sind geschwollene Lymphknoten am Hals im Rahmen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts. Ein anderes Beispiel für eine lokale Lymphknotenentzündung: angeschwollene Lymphknoten in der Leiste bei Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe (Tripper) oder einer Infektion mit Chlamydien. In manchen Fällen finden sich geschwollene Lymphknoten am gesamten Körper des Betroffenen. Mediziner sprechen dann von einer systemischen oder generalisierten Lymphknotenschwellung. Sie kann zum Beispiel bei bestimmten Virusinfektionen wie Röteln oder der sogenannten Mononukleose vorkommen. Auch bei durch Bakterien verursachten Infektionskrankheiten kann es zu einer systemischen Lymphknotenschwellung kommen. Bei der Pest, die in unseren Breiten im Mittelalter viele Todesopfer forderte und auch heute noch in Weltregionen mit schlechter Hygiene und Gesundheitsversorgung regelmäßig ausbricht, ist eine eitrige Lymphknotenentzündung charakteristisch. Neben den infektiösen Ursachen führen auch manche Krebserkrankungen wie Leukämie (Blutkrebs) oder Lymphdrüsenkrebs eine Rolle zu einer systemischen Lymphknotenschwellung.
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