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Stand: 25. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei Asthma bronchiale ist der erste Therapie-Schritt, die auslösenden Stoffe zu meiden. Außerdem können verschiedene Verhaltensweisen und Medikamente bei der Asthma-Therapie helfen.
Um Asthma bronchiale mit Medikamenten zu behandeln, setzt man hauptsächlich zwei Arzneimittelgruppen ein:
Entzündungshemmer behandeln die Schleimhaut-Entzündung als eigentliche Ursache des Asthmas. Wirkstoffe aus der Gruppe der Kortikosteroide (z.B. Budesonid, Fluticason, Mometason) bewirken, dass die Schwellung und Schleimbildung in den Atemwegen zurückgeht. In der Regel atmen Asthmatiker die Kortikosteroide zur Behandlung ein (inhalieren) – so erreichen die Wirkstoffe den Zielort direkt und mit möglichst wenigen Nebenwirkungen. Kortikosteroide sind die wesentliche Komponente der Asthma-Dauertherapie.
Je nach Schweregrad des Asthma bronchiale kommen verschiedene Medikamente beziehungsweise unterschiedliche Dosierungen und Darreichungsformen zum Einsatz: Bei leichtem Asthma erhalten Betroffene beispielsweise Kortikosteroide zum Inhalieren, bei schwerem Asthma bronchiale dagegen als Tablette zum Einnahmen. Neben Wirkstoffen aus der Gruppe Kortikosteroide zur Dauertherapie setzen Ärzte auch sogenannte Beta-2-Sympathomimetika. Beta-2-Sympathomimetika erweitern die Bronchien – man bezeichnet sie in der Fachsprache auch als Bronchodilatatoren. Sie lockern die verkrampfte Atemmuskulatur und erweitern dadurch die Atemwege. Sie bekämpfen also die Beschwerden, nicht die Ursache des Asthmas. Unter den bronchienerweiternden Medikamenten gibt es kurz- und langwirksame. Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (z.B. Formoterol, Salmeterol) lindern die Symptome bis zu zwölf Stunden lang. Allerdings wirken sie nicht sofort und sind damit nicht bei einem akuten Asthma-Anfall zur Therapie geeignet. Sie werden deshalb wie die Kortikosteroide zur Dauertherapie eingesetzt.
Die kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika (z.B. Salbutamol, Terbutalin) helfen beim akuten Asthma-Anfall, wenn die Wirkung innerhalb weniger Minuten einsetzen soll. Ihre Wirkung hält etwa vier bis sechs Stunden an. Müssen Erkrankte zu häufig auf diese Substanzen zurückgreifen, ist die Asthma-Therapie nicht optimal eingestellt. Oft vernachlässigen Betroffene die wichtige Dauertherapie, sobald sie sich beschwerdefrei fühlen. Aber die Entzündung in den Atemwegen bildet sich erst nach Wochen bis Monaten zurück. Eine gute Therapie kann auch die Lungenfunktion langfristig normalisieren.
Neben Kortikosteroiden und Beta-2-Sympathomimetika kommen auch andere Wirkstoffe beziehungsweise Arzneimittelgruppen zusätzlich oder alternativ infrage. Reagieren Erkrankte zum Beispiel allergisch auf Beta-2-Sympathomimetika, ist der Wirkstoff Ipratropiumbromid eine mögliche Alternative. Wirkstoffe aus der Gruppe der Xanthinderivate (z.B. Theophyllin) erweitern ebenfalls die Bronchien, allerdings liegen die heilsame und die schädliche Dosis nah beieinander. Daher sollte während der Einnahme regelmäßig die Wirkstoffmenge im Blut kontrolliert werden.
Die Wirkstoffe Cromoglicinsäure oder Nedocromil machen die sogenannten Mastzellen in der Bronchialschleimhaut weniger empfindlich. Mastzellen sind Zellen des Immunsystems, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Cromoglicinsäure oder Nedocromil werden jedoch nur noch selten eingesetzt. Antileukotriene (wie der Wirkstoff Montelukast) gewinnen dagegen zunehmend an Bedeutung. Sie richten sich gegen die Leukotriene – das sind Botenstoffe, die ebenfalls an Entzündungsreaktionen der Bronchialschleimhaut beteiligt sind. Bei Erwachsenen empfiehlt man Leukotriene in der Langzeittherapie des mittel- bis schwergradigen Asthmas (in Kombination mit Kortikosteroiden oder einem Beta-2-Sympathomimektikum). Bei Kindern zwischen 2 und 14 Jahren ist Montelukast auch ohne diese Kombination zugelassen. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Kinder keine Kortikosteroide inhalieren können oder wenn Nebenwirkungen der Kortikosteroide eintreten, zum Beispiel ein stark verzögertes Wachstum.
Beim leichten bis mittelschweren allergischen Asthma bronchiale hilft in manchen Fällen eine Hyposensibilisierung. Der Körper gewöhnt sich dabei durch regelmäßige Gaben von Allergenen an die asthmaauslösenden Stoffe.
Ein neuer Therapieansatz bei schwerem allergischem Asthma ist eine Zusatztherapie mit einem Antikörper gegen das vom Immunsystem ausgeschüttete Immunglobulin E (IgE). Ein Arzt spritzt dem Asthmatiker dabei die Antikörper ein- bis zweimal pro Monat unter die Haut. Bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren ist diese Asthma-Therapie aber nicht zugelassen.
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