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Pseudokrupp

Stand: 29. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Wenn ein Baby oder Kleinkind nach einer Erkältung einen bellenden Husten entwickelt, kann dies Anzeichen für einen Pseudokrupp sein: Dann bessert sich der Zustand des Kindes meist schnell durch einfache Maßnahmen. Trotzdem ist es ratsam, das Kind ärztlich untersuchen zu lassen, um andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.

Der Pseudokrupp kommt hauptsächlich beim Baby oder Kleinkind im Alter von neun Monaten bis viereinhalb Jahren vor. Er entsteht meist durch eine Virusinfektion der oberen Atemwege, wenn sich die ursächliche Infektion auf Kehlkopf (Larynx) und Luftröhre (Trachea) ausbreitet und sich dadurch die Atemwege verengen: Entsprechend bezeichnet man den Pseudokrupp auch als Laryngotracheobronchitis oder Laryngitis subglottica. Der Grund dafür, dass der Pseudokrupp überwiegend bei kleinen Kindern auftritt, ist der in dem Alter noch recht enge Bereich um den Kehlkopf.

Der Pseudokrupp ist meistens ansteckend. Die Ansteckung geschieht durch Tröpfcheninfektion (z.B. Husten, Niesen). Die typischen Anzeichen für einen Pseudokrupp-Anfall sind:

  • ein trockener, bellender Husten, der vor allem nachts auftritt,
  • eine begleitende Heiserkeit und
  • eventuell eine Atemnot mit pfeifenden Geräuschen beim Einatmen (sog. inspiratorischer Stridor).

In der Regel verläuft ein Pseudokrupp-Anfall mild und bessert sich auch ohne weitere Behandlung durch Frischluftzufuhr, Beruhigung der betroffenen Kinder, Fiebersenkung und Flüssigkeitszufuhr. Trotzdem ist es wichtig, ein Kind mit scheinbaren Pseudokrupp-Beschwerden von einem Arzt untersuchen zu lassen, denn: Hinter den Beschwerden könnte auch eine Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) stecken: Diese verursacht ähnliche Symptome, ist aber in der Regel lebensbedrohlich und erfordert eine rasche ärztliche Behandlung.

Auch wenn es beim Pseudokrupp zur Atemnot kommt, ist es ratsam, einen Arzt oder Notarzt zu rufen, denn: In seltenen Fällen kann die Atemnot bei Pseudokrupp bedrohliche Ausmaße annehmen. Dann können zur weiteren Pseudokrupp-Therapie Kortikoidpräparate (meist Zäpfchen), Beruhigungsmittel, Sauerstoffgabe und Adrenalininhalation bis hin zur Beatmung zum Einsatz kommen. Ein rechtzeitig und ausreichend behandelter Pseudokrupp hat eine gute Prognose.

Weiterlesen: Pseudokrupp (Laryngitis subglottica): Definition

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