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Stand: 12. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Beim Lungenemphysem nimmt man als Ursachen Ungleichgewichte zwischen spaltenden und schützenden Enzymen in den Lungenbläschen (Alveolen) an. In der Lunge setzen bestimmte weiße Blutkörperchen – die Granulozyten – diese Enzyme frei, die Eiweiße und damit auch Gewebe spalten. Überschießende Reaktionen verhindert der sogenannte Alpha-1-Proteinase-Inhibitor (auch als Alpha-1-Antitrypsin bezeichnet). Bei Menschen mit angeborenem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel ist diese Regulation nicht gegeben – das Gleichgewicht ist zugunsten der spaltenden Enzyme verschoben und die Betroffenen entwickeln ein Lungenemphysem. Die schwere Form dieses erblichen Alpha-1-Antitrypsin-Mangels ist jedoch sehr selten (etwa ein bis zwei Prozent aller Betroffenen mit Lungenemphysem). Patienten mit einer häufigeren aber dafür leichteren Form haben allerdings nur ein erhöhtes Risiko, an einem Lungenemphysem zu erkranken, wenn sie zusätzlich schädigenden Substanzen wie Zigarettenrauch oder Staub ausgesetzt sind.
Häufigster Auslöser beim chronischen Lungenemphysem ist das Rauchen: Ursachen sind Substanzen im Zigarettenrauch, die das Alpha-1- Antitrypsin (Alpha-1-Proteinase-Inhibitor) inaktivieren. Hinzu kommt eine erhöhte Infektanfälligkeit bei Rauchern. Häufige Entzündungen der Bronchien führen zu einer chronischer Bronchitis. Typisch ist auch der morgendliche Husten nach dem Aufstehen, bei dem die Patienten übelriechenden Schleim abhusten – der sogenannte "Raucherhusten". Als Folge kann es dazu kommen, dass Schäden am Lungengewebe entstehen und die kleinen Atemwege der Lunge instabil werden und besonders beim Ausatmen zusammenfallen und sich damit verengen. Die Lufträume der Lunge überblähen dadurch immer mehr, Lungenbläschen platzen und es entstehen größere, blasige Hohlräume. Wenn die Erweiterung der Lufträume in der Lunge ist nicht mehr rückgängig zu machen ist, spricht man vom Lungenemphysem.
Das Lungenemphysem kann auch berufsbedingte Ursachen haben. So können Staubbelastungen und eine Reihe von chemischen Substanzen zu einem Lungenemphysem führen. Feinstäube treten unter anderem im Steinkohlebergbau, in Steinbrüchen, Erzgruben oder als organische Mischstäube wie aus Futtermitteln, Rohbaumwolle oder Flachs auf. Das Lungenemphysem kann auch chemische Ursachen haben, zum Beispiel Aluminium, Beryllium, Cadmium und Lost.
Auch Druckbelastungen der Lunge können durch eine Überdehnung der Alveolen ebenfalls zu einem Lungenemphysem führen. Derartige Druckbelastungen treten zum Beispiel bei Berufsmusikern (Bläser) oder Glasbläsern auf.
Lässt sich die Entstehung eines Lungenemphysems bei einem Patienten eindeutig auf eine berufliche Ursache zurückführen, ist eine Anerkennung des Lungenemphysems als Berufskrankheit möglich.
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