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Stand: 29. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Krankheitsbezeichnung Bronchiektasen leitet sich aus dem griechischen Wort "éktasis" (Erweiterung) ab und bedeutet "Bronchialerweiterung". Diese Erweiterungen können örtlich begrenzt oder auf mehrere Lungenbezirke ausgedehnt (generalisiert) sein und zylinderförmige oder sackförmige (zystische) Formen annehmen. In den erweiterten Bronchien kann das Bronchialsekret schlecht abfließen. Es sammelt sich in den Erweiterungen an und Bakterien können sich darin ansiedeln und vermehren. Die Atemwege sind dadurch anfälliger für Infektionen.
In Deutschland werden pro Jahr bei etwa 10 von 100.000 Einwohnern Bronchiektasen neu entdeckt. Durch Impfungen, Antibiotikatherapie und den Rückgang von Infektionserkrankungen wie den Masern, Mumps oder der Tuberkulose sind Bronchiektasen selten geworden.
Die Lunge dient dem Gasaustausch des Körpers. Die oberen Atemwege reinigen, erwärmen und befeuchten die eingeatmete sauerstoffreiche Luft. Durch Nase oder Mund eingeatmete Luft gelangt über die Luftröhre in die beiden Hauptbronchien, die innerhalb der Lunge in den rechten und linken Lungenflügel ziehen. Die Hauptbronchien verästeln sich als sogenannter Bronchialbaum im Lungengewebe zu kleinen und kleinsten Luftgefäßen, den Bronchiolen, an deren Ende die Lungenbläschen (Alveolen) sitzen. In den Alveolen findet der Gasaustausch zwischen der eingeatmeten Luft und dem Blut statt. Die kleinsten Blutgefäße, welche die Lungenbläschen umgeben, nehmen den Luftsauerstoff ins Blut auf, wo er sich zum Weitertransport an die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) anlagert. Der Sauerstoff steht damit allen Körperzellen für energieliefernde Prozesse zur Verfügung. Als Endprodukt entsteht bei diesen Verbrennungsvorgängen unter anderem Kohlendioxyd, das über das Blut zurück zu den Lungenbläschen transportiert und von dort abgeatmet wird.
Die größeren Atemwege werden unter anderem von Zellen ausgekleidet, die Schleim produzieren und mit Flimmerhärchen (Zilien) besetzt sind. Die Zilien können eingeatmete kleine Fremdkörper wie Staubkörnchen durch Bewegung aus dem Bronchialsystem befördern. In den kleinsten Bronchiolen und den Alveolen befinden sich keine Flimmerhärchen sondern Zellen, die ein Sekret produzieren, das verschiedene Enzyme (Eiweiße) enthält. Dieses ist bei einer gesunden Lunge in der Lage, eintretende Krankheitserreger abzutöten und so in den Lungenbläschen eine keimfreie Umgebung zu erhalten. Bei Bronchiektasen sind die Funktionen der Flimmerhärchen und der Alveolarzellen – des sogenannten Mukoziliarsystems – nachhaltig gestört. Es sammelt sich viel Schleim in den Atemwegen an und es treten häufiger Infektionen auf.
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