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Stand: 1. Februar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer Allergie ist der erste Therapie-Schritt, nach Möglichkeit den Kontakt zur Allergie auslösenden Substanz zu vermeiden (Allergenkarenz). Je nach Art des Allergens, etwa bei Pollen oder Hausstaub, kann dies allerdings sehr schwierig sein. In diesem Fall stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Die wirksamste Therapieform, die besonders bei der Allergie vom Typ I angewandt wird, ist die Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie = SIT) beziehungsweise Desensibilisierung. Eine Hyposensibilisierung kann nur durchgeführt werden, wenn das auslösende Allergen bekannt und als Hyposensibilisierungslösung erhältlich ist.
Bei der Hyposensibilisierung spritzt der Arzt dem Allergiker über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren das entsprechende Allergen in allmählich steigenden Dosierungen unter die Haut (sog. subkutane SIT oder SCIT). Die Menge des Allergens wählt er dabei so, dass maximal eine örtliche Reaktion, wie eine kleine Schwellung mit Juckreiz an der Einstichstelle, auftritt. Da dennoch die Gefahr einer schweren allergischen Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock besteht, sollte man nach der Injektion noch 30 Minuten unter ärztlicher Beobachtung bleiben.
Durch die Hyposensibilisierung soll das Immunsystem so beeinflusst werden, dass nicht IgE-Antikörper gebildet werden, welche sonst als Reaktion auf das Allergen entstehen, sondern Antikörper einer anderen Klasse (IgG). IgG-Antikörper bildet das Immunsystem normalerweise gegen Krankheitserreger und sie entstehen nach jedem erneuten Kontakt mit dem Erreger sofort wieder. Die IgG-Antikörper veranlassen, dass die Fresszellen des Immunsystems den Krankheitserreger aufnehmen und vernichten. Dasselbe möchte man bei einer Allergie erreichen: Sofort nach Allergenkontakt sollen IgG-Antikörper gebildet werden und das Allergen neutralisieren, sodass der Körper keine IgE-Antikörpern mehr bildet.
Als Alternative zu Spritzen kann die Hyposensibilisierung (v.a. bei Pollenallergie) auch mit Tropfen, die unter die Zunge gegeben werden (Sublinguale Immuntherapie = SLIT), durchgeführt werden. Allerdings kann man hier nicht so genau dosieren wie mit einer Spritze: Die Tropfengröße variiert immer ein wenig. Zudem kann die Aufnahme durch die Mundschleimhaut, durch unterschiedlichen Speichelfluss oder unwillkürliches Herunterschlucken verändert sein.
Eine Variante der sublingualen Immuntherapie ist die Gabe von bestimmten Gräserpollen (Wiesenlieschgras, Phleum pratense) in Form der sogenannten Gräsertablette. Die Tabletten enthalten unterschiedliche Dosierungen an Allergenen und werden langsam unter der Zunge aufgelöst. Über das tatsächliche Endergebnis dieser Form der Hyposensibilisierung beziehungsweise die Wirksamkeit gibt es jedoch zurzeit nicht genügend aussagekräftige Studien, allerdings konnte man ähnliche Effekte wie bei der SCIT beobachten. Wie die Tabletten bei Kindern wirken, ist bisher nicht abschließend untersucht.
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