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Astigmatismus (Hornhaut­verkrümmung, Stabsichtigkeit)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. Juli 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Wenn man sowohl in der Nähe als auch in der Ferne nur unscharf sieht, ist dafür möglicherweise ein Astigmatismus verantwortlich (Hornhautverkrümmung, Stabsichtigkeit): Dann kann das Auge einfallende Lichtstrahlen nicht in einem Punkt auf der Netzhaut bündeln, sodass die Betroffenen punktförmige Objekte als verschwommene Linie wahrnehmen.

Normalerweise ist die Hornhaut des Auges in senkrechter und waagerechter Richtung nahezu kugelförmig gewölbt. So gelangt seitlich und von vorn einfallendes Licht gleichermaßen ins Auge. Beim Astigmatismus weicht die Krümmung der Hornhaut von der normalen Form ab, was die Brechkraft verändert. Je nach Art dieser Hornhautverkrümmung unterscheidet man verschiedene Formen von Stabsichtigkeit:

  • Ein regulärer Astigmatismus liegt vor, wenn infolge der Hornhautverkrümmung eine ungleiche Brechkraft in zwei senkrecht aufeinander stehenden Ebenen (Meridianen) besteht.
  • Ein irregulärer Astigmatismus ist dadurch gekennzeichnet, dass die Brechkraft an verschiedenen Stellen der Hornhaut sehr unterschiedlich ist.

Die dem Astigmatismus zugrunde liegende Hornhautverkrümmung ist meistens angeboren. Als Ursachen für eine Stabsichtigkeit kommen aber auch Narben nach Hornhautverletzungen infrage. In seltenen Fällen sind an der Entstehung des Brechungsfehlers andere Bereiche des Auges – vor allem die Linse – (mit)beteiligt.

Ob und wie sich ein Astigmatismus bemerkbar macht, hängt von der Stärke der Hornhautverkrümmung ab: Ist der Augenfehler nur leicht ausgeprägt, bleibt er oft unbemerkt. Eine stärkere Stabsichtigkeit ist jedoch durch unscharfes Sehen gekennzeichnet. Ohne Korrektur kann es zu Kopfschmerzen und Augenbrennen kommen, da das Auge ständig versucht, das verzerrte Bild durch Anpassen der Brechkraft (Akkommodation) scharf zu stellen.

Astigmatismus kann auch zusammen mit Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Alterssichtigkeit auftreten. Eine Brille mit Zylindergläsern oder formstabile Kontaktlinsen (normal oder torisch) können die durch die Hornhautverkrümmung hervorgerufene Fehlsichtigkeit korrigieren. Bei schweren Hornhautschäden kann zur Behandlung eine Hornhautverpflanzung (Transplantation) erfolgen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Hornhautverkrümmung durch Lasern zu beheben.

Verhindern kann man einen Astigmatismus nicht. Es ist aber besonders wichtig, eine Hornhautverkrümmung bei Kindern frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren, um einer späteren Fehlsichtigkeit vorzubeugen.

Was ist Astigmatismus und wie äußert er sich? Erfahren Sie mehr in unserem Video!



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