Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie): Therapie

Stand: 18. April 2013Veröffentlicht von: Till HansmeierMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die gegen eine Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) eingesetzte Therapie zielt in erster Linie darauf ab, den Kontakt zum Auslöser der Allergie weitestgehend zu vermindern. Das bedeutet: Hausstaubmilbe bekämpfen und Hausstaub beseitigen. Zwar können Sie Hausstaub nicht völlig vermeiden und auch keine milbenfreie Wohnung erreichen. Bei bestehender Hausstauballergie ist es dennoch wichtig, gegen die Milben vorzugehen und so einen möglichst milben- und allergenarmen Wohnraum zu schaffen. In Apotheken ist ein Milbentest erhältlich, mit dem Sie den Grad der Milbenbelastung selbst ermitteln können.

Bei einer Hausstaubmilbenallergie besteht die Therapie zunächst darin, das Bett zu sanieren, da die Milben, welche die Hausstauballergie auslösen, besonders in regelmäßig genutzten Matratzen ideale Lebensbedingungen vorfinden. Wenn Sie eine Hausstauballergie haben, überziehen Sie am besten alle Matratzen in Ihrem Haushalt mit einem allergendichten Matratzenbezug, einem sogenannten Encasing, beziehungsweise mit Allergiker-Bettwäsche aus wasserdampfdurchlässigem Material. Daneben ist es empfehlenswert, für das Bettzeug entweder milbendichte beziehungsweise allergendichte Bezüge zu besorgen oder es regelmäßig bei mindestens 60 Grad zu waschen. Als Alternative können Sie sich bei einer Hausstauballergie Allergiker-Bettwäsche besorgen, die mit Substanzen aus dem Neembaum (Azadirachtinen) behandelt sind, welche die Fortpflanzung der Milben behindern.

Außerdem stehen zur Hausstauballergie-Behandlung Milbenspray, Pulver und Waschmittelzusätze zur Verfügung, mit denen Sie die vorhandenen Milben bekämpfen können. Die Anwendung dieser Mittel gegen Milben ist bei einer Hausstauballergie aber nur in extremen Einzelfällen sinnvoll.

Auch Teppichböden sind gute Rückzugsorte für Hausstaubmilben (außer bei Fußbodenheizungen: die vertragen Milben gar nicht). Andererseits wirbelt allergenbelasteter Hausstaub bei glatten Böden noch stärker auf als bei kurzflorigen Teppichböden. Daher ist bei einer Hausstaubmilbenallergie für eine erfolgreiche Therapie zwar nicht unbedingt die Art des Fußbodens wichtig, sondern dessen richtige Pflege: Wenn Sie oder in Ihrem Haushalt lebende Personen eine Hausstauballergie haben, sind statt Teppich nur dann glatte Böden wie Parkett oder Laminat empfehlenswert, wenn Sie diese sehr häufig – möglichst täglich – feucht wischen.

Sollten die Maßnahmen gegen die Hausstaubmilben nicht ausreichen, um die Hausstaubmilbenallergie ausreichend zu bekämpfen, kann Ihnen möglicherweise eine Therapie weiterhelfen, die auf Ihr Immunsystem abzielt und dessen überschießende Reaktion auf die Allergene verringern soll: die oft auch Desensibilisierung genannte Hyposensibilisierung gegen im Hausstaub enthaltene Allergieauslöser. Die abmildernde Wirkung auf die Hausstauballergie kann nach Abschluss der Behandlung (die etwa 3 Jahre dauert) noch jahrelang anhalten. Besonders gut geeignet ist die Hyposensibilisierung gegen eine Hausstaubmilbenallergie bei Kindern (ab 6 Jahren) und bei erst seit kurzem bestehender Allergie.

Gegen akute Symptome der Hausstauballergie sind zur Behandlung schnell wirkende Antihistaminika und Glukokortikoid-Lösungen sowie Adrenalin-Spray zum Inhalieren geeignet. Um allergische Reaktionen der Haut bei einer Hausstaubmilbenallergie zu lindern, können zur Therapie außerdem spezielle Pflegeprodukte mit Inhaltsstoffen wie Dexpanthenol, Urea, Sanddorn oder Aloe Vera hilfreich sein.

Weiterlesen: Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie): Verlauf

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