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Asthma bronchiale: Diagnose beim Arzt

Veröffentlicht von: Till von Bracht (11. Mai 2016)

Die Diagnose eines Asthma bronchiale basiert auf mehreren Pfeilern:

  • Anamnese,
  • Abhören der Lunge,
  • Lungenfunktionstests (evtl. unter körperlicher Belastung),
  • Röntgenuntersuchungen der Lunge
  • und Allergietests. 

Erste Hinweise auf Asthma erhält der Arzt bereits, wenn die Betroffenen die charakteristischen Beschwerden schildern – etwa wenn sie von gelegentlicher Atemnot oder einem Engegefühl in der Brust berichten. 

Der Arzt fragt außerdem, wie sich die Beschwerden während oder nach körperlicher Arbeit oder bei Atemwegsinfekten äußern. Auch vorhandene Belastungsfaktoren, etwa im Beruf (z.B. Arbeit mit Mehl, Tiermaterialien oder Putzmitteln), sowie familiäre Erkrankungen (z.B. Neurodermitis) können die Diagnose stützen.

Typisch für Asthma ist auch, dass beim Abhören Lungengeräusche hörbar sind: ein Pfeifen und Brummen bei der Atmung. Die pfeifenden Geräusche bezeichnet man auch als Giemen. Häufig tritt bei Asthmatikern auch ein trockener Husten auf. 

Im Rahmen der Asthma-Diagnose ist es wichtig, Erkrankungen mit einem ähnlichen Erscheinungsbild auszuschließen – dazu gehören beispielsweise:

Das Bild zeigt einen jungen Mann beim Lungenfunktionstest zur Diagnose von Asthma. © iStock

Mit einem Lungenfunktionstest kann der Arzt prüfen, wie gut die Atmung funktioniert. Dabei pustet der Asthmatiker so kräftig wie möglich in das Peak-Flow-Meter und liest den erreichten Wert von einer Skala auf dem Gerät ab.

Damit der Arzt genaue Informationen über die Atemfunktion und die Art der Atemeinschränkung erhält, erfolgen weitere Untersuchungen, beispielsweise Lungenfunktionstests (Spirometrie, Ganzkörper-Plethysmographie).

Ruft Anstrengung das Asthma hervor, können die Lungenfunktionstests unter körperlicher Belastung erfolgen. Haben Betroffene trotz asthmatischer Beschwerden eine normale Lungenfunktion, kann der Arzt die Überempfindlichkeit der Atemwege auch durch eine sogenannte inhalative Provokation auslösen. Dabei atmet der Patient eine Substanz ein, welche die Atemwege reizt. Meist verwendet man hierfür Histamin, Methacholin oder Stoffe, auf die der Proband bekanntermaßen allergisch reagiert (Allergene, z.B. Pollen).

Bei allergischem Asthma zeigen Bluttests meist eine erhöhte Konzentration der bei Allergien typischerweise vermehrten Antikörper – des Immunglobulins E (IgE). Mit Hauttests (z.B. Pricktest) bestimmt der Arzt das auslösende Allergen. Ist das Ergebnis unklar, kann ein inhalativer Provokationstest weiterhelfen. Der Betroffene atmet dabei unter ärztlicher Aufsicht das verdächtige Allergen ein. Zeigen sich daraufhin typische Asthma-Symptome, ist der Auslöser identifiziert und sollte in Zukunft gemieden werden.

Röntgenuntersuchungen der Lunge können bei Asthma bronchiale unauffällig sein, werden jedoch bei der Erstdiagnose durchgeführt, um andere Erkrankungen als Ursache für die Beschwerden auszuschließen. Bei schweren Verläufen sind manchmal Folgeschäden auf dem Röntgenbild erkennbar (z.B. Lungenemphysem).



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