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Asperger-Syndrom: Milde Form des Autismus

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (21. März 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Mit anderen zu kommunizieren ist für sie wie ein Buch mit sieben Siegeln: Menschen mit Asperger-Syndrom sind kaum in der Lage, Beziehungen zu knüpfen, geschweige denn, Freundschaften zu schließen.

Bei einem Asperger-Syndrom können die Betroffenen Signale wie Gestik, Mimik, Tonfall und Blickkontakt ihres Gegenübers nicht einordnen und auch die dahinter stehenden Gefühle nicht nachempfinden. Ein Lachen, Zornesfalten oder Tränen der Trauer: All dies können Betroffene mit Asperger-Syndrom nicht richtig interpretieren.

Wann spricht man laut, wann leise – und wann lieber gar nicht? Woran erkenne ich, dass jemand verärgert ist? Und warum sollte man manchmal mit seiner Meinung lieber hinter dem Berg halten? Für Menschen mit Asperger-Syndrom ist es nicht leicht, diese Fragen zu beantworten – trotz normaler oder sogar überdurchschnittlicher Intelligenz. Sie können sich von klein auf nicht in andere Menschen hineinversetzen und wissen nicht, wie man sich in sozialen Situationen angemessen verhält.

Ironie oder Sarkasmus können Betroffene mit Asperger-Syndrom in der Regel ebenso wenig richtig deuten wie Redewendungen oder Sprichwörter. So kann es vorkommen, dass der Betroffene zu seinem Kühlschrank eilt, wenn er gebeten wird, "seinen Senf dazuzugeben" – denn anders als andere Menschen hat er den bildhaften Charakter dieser Redewendung wörtlich genommen.

Auf Außenstehende wirken viele Kinder und auch Erwachsene mit Asperger-Syndrom wie Sonderlinge. Sie erscheinen bisweilen unhöflich und ruppig. Da es ihnen an Mitgefühl fehlt, sind sie stets direkt – sie merken nicht, dass sie andere damit verletzen könnten. Sie sagen, was sie denken, und das teilweise in sehr unangemessenen Situationen.

Von einem Asperger-Syndrom betroffene Menschen beschäftigen sich intensiv mit sehr speziellen, bisweilen skurrilen Themen: Manche lernen Fahrpläne auswendig, andere lieben mathematische Formeln und wieder andere sind von geschichtlichen Daten geradezu fasziniert. Allerdings können sie ihr Wissen nicht in einen größeren Zusammenhang einordnen: Manche Menschen mit Asperger-Syndrom sind zum Beispiel in der Lage, in einem Satz Schreibfehler zu finden – den Satz als Ganzes in seiner Bedeutung zu verstehen, gelingt ihnen jedoch nicht.

Immer gleiche Tagesabläufe sind Menschen mit Asperger-Syndrom am liebsten – Abweichungen verunsichern sie, sie brauchen einen geregelten Alltag: Sie stehen um die gleiche Uhrzeit auf, ziehen sich nach einer bestimmten Reihenfolge an und mögen feste Rituale. Manche essen sogar immer die gleichen Speisen zum Mittagessen.

Wie ein Asperger-Syndrom verläuft, ist sehr unterschiedlich: Einige Personen mit Asperger-Syndrom können trotz ihrer Beeinträchtigungen im Erwachsenenleben einer Arbeit nachgehen und ein eigenständiges Leben führen. Sie wirken auf andere Menschen lediglich etwas schüchtern oder sonderbar. Andere können sich gar nicht in eine Gemeinschaft integrieren und sind ein Leben lang auf Hilfe angewiesen.

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