Startseite > Krankheiten > Asperger-Syndrom > Verlauf
Stand: 13. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Beim Asperger-Syndrom ist der Verlauf sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, so zum Beispiel davon,
Aber auch die Bereitschaft des Umfelds, die Betroffenen zu integrieren, spielt eine Rolle. In der Regel sind Asperger-Betroffene deutlich weniger eingeschränkt als Menschen mit frühkindlichem Autismus.
Einige Menschen mit Asperger-Syndrom schaffen es, als Erwachsener eine berufliche Nische zu finden, in der sie ihre speziellen Interessen anwenden können und lernen, wie man Kontakt zu anderen Menschen aufbaut. Insbesondere bei hoher Intelligenz können Betroffene ihre Defizite gut kompensieren. So lesen sie beispielsweise Bücher über Mimik und versuchen, einzelne Gesichtsausdrücke auswendig zu lernen, um diese richtig deuten zu können. Manche hingegen haben am Arbeitsplatz Probleme, weil sie beim Kontakt mit Kollegen oder Kunden nicht angemessen reagieren können und bisweilen unhöflich wirken. Wieder andere sind nicht in der Lage, einer Arbeit nachzugehen.
Der Verlauf ist in der Regel chronisch – heilbar ist das Asperger-Syndrom nicht, dennoch können sich vorhandene Defizite mithilfe einer Therapie etwas reduzieren. Die ersten Symptome zeigen sich meist im Kindergarten- oder Schulalter. Viele Kinder können trotz normaler oder überdurchschnittlicher Intelligenz an normalen Schulen nicht lernen, schaffen es aber, sich in kleinen, strukturierten Gruppen zu integrieren.
Im weiteren Verlauf können sich die Symptome in Grenzen etwas reduzieren, denn mit dem Alter lernen die Betroffenen, sich besser an Situationen anzupassen. Dennoch bleiben die Kommunikationsprobleme, die eingeschränkte Kontaktfähigkeit und die eingeschränkten Interessen lebenslang bestehen. Die meisten Menschen mit Asperger-Syndrom haben weniger soziale Kontakte als andere Menschen und gehen auch seltener eine Partnerbeziehung ein. Häufig schaffen sie es nicht, einen Partner zu finden, da sie nicht in der Lage sind, in angemessener Weise Kontakte zu knüpfen. Viele von ihnen leben zurückgezogen. In einer Partnerschaft haben die Betroffenen häufig Probleme, da es ihnen schwerfällt, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen. Zudem empfinden sie es häufig als anstrengend, sich intensiv mit einer Person auseinanderzusetzen und Anteilnahme zu zeigen. Sie wirken auf den Partner bisweilen egoistisch und distanziert.
Das Risiko für psychotische Störungen, Zwangsstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen oder das Tourette-Syndrom ist bei Asperger-Betroffenen leicht erhöht. Im Jugendlichen- und Erwachsenenalter können sich im Verlauf auch Depressionen entwickeln. Insbesondere während der Pubertät wird sich der Betroffene darüber bewusst, dass er anders ist als andere Menschen, was zu einer Depression führen kann.
Weiterlesen: Asperger-Syndrom: Vorbeugen
Erfahren Sie im Überblick mehr rund um das Thema psychische Erkrankungen. mehr ...
Bilderpaarsuche ist ein Merkspiel, das Sie sicher noch aus Kindertagen kennen. Halten Sie Ihr Gedächtnis in Schwung und spielen Sie hier Bilderpaarsuche online! mehr ...
Wir erfüllen die afgis-Transparenzkriterien. Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheits-informationen.
Wir befolgen den HONcode-Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier.
Onmeda zählt zu den zertifizierten Gesundheitswebseiten nach den Medisuch-Kriterien.
© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.