Arthritis (Gelenkentzündung): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. November 2016)

Die Entzündung eines Gelenks bezeichnet man als Arthritis. Der Wortteil Arth- stammt aus dem Griechischen und bedeutet Gelenk oder Glied, -itis ist die Wortendung für Entzündungen.

Ist nur ein Gelenk entzündet, spricht man von einer Monoarthritis, sind mehrere betroffen, von einer Polyarthritis.

Eine Gelenkentzündung kann plötzlich auftreten. Man spricht dann von einer akuten Arthritis, die etwa durch eine Infektion entsteht. Wenn eine Gelenkentzündung länger andauert und zum Beispiel schubweise immer wieder aufflammt, handelt es sich um eine chronische Arthritis wie die rheumatoide Arthritis (Rheuma).

Ursachen

Es gibt zahlreiche Formen der Arthritis, die unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigsten sind:

Infektionen

Häufig sind Infektionen für eine Gelenkentzündung verantwortlich. Bakterien oder andere Erreger können über eine Wunde direkt ein Gelenk infizieren. Typische Erreger einer Arthritis sind:

Außerdem kann eine Entzündung von einem Infektionsherd im Körper über den Blutweg in das Gelenk weitergeleitet werden – so etwa im Rahmen einer Borreliose im Falle der sogenannten Lyme-Arthritis.

Bei Kindern entwickelt sich häufig eine bakterielle Arthritis infolge einer Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis). Auch vorwiegend bei Kindern tritt eine sogenannte reaktive Arthritis als Folge von Infektionen im Magen-Darm-Trakt beziehungsweise nach Harnwegsinfektionen auf. In diesem Fall handelt es sich um eine indirekte Gelenkentzündung, da zwar die entsprechenden Symptome vorhanden sind, der Erreger aber nicht im Gelenk nachgewiesen werden kann.

Als Sonderform der Gelenkentzündung gilt die sogenannte reaktive Arthritis, auch Reiter-Syndrom genannt. Sie tritt einige Wochen nach einer bakteriellen Infektion des Magen-Darm-Trakts oder der ableitenden Harnwege auf, es finden sich aber keine Erreger im Gelenk. Vielmehr handelt es sich wahrscheinlich um eine Reaktion des Immunsystems auf im Gelenk verbliebene "Bakterienreste".

Autoimmunerkrankungen

Bei einer Autoimmunkrankheit greift das Immunsystem, also die körpereigene Abwehr, fälschlicherweise die eigenen Gelenke und Gewebe an und zerstört sie. Zu den Autoimmunerkrankungen, die zu einer Arthritis führen können, zählen beispielsweise:

Die rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt, ist die häufigste Form der Gelenkentzündung.

Stoffwechselerkrankungen

Zu den Stoffwechselerkrankungen gehört zum Beispiel die Gicht. Dabei wird die Arthritis – Fachbegriff: Arthritis urica – durch eine Harnsäureerhöhung ausgelöst (Gichtanfall). Ein Gichtanfall ist sehr schmerzhaft und betrifft oft das Großzehengrundgelenk.


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