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Stand: 18. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Einen Schwindel (Vertigo) kann der Arzt bei der Diagnose dem sogenannten Schwankschwindel oder Benommenheitsschwindel zuordnen, wenn das Schwindelgefühl mit Stand- und Gangunsicherheiten und einer hohen Fallneigung einhergeht. Übelkeit und Erbrechen sind bei dieser Form von Schwindel eher selten. Für den Schwankschwindel kommen als Ursachen sowohl Schädigungen zentraler Strukturen im Gehirn (z.B. Epilepsie, Vergiftungen) infrage als auch Erkrankungen anderer Organe (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Auch ein visuell ausgelöster Schwindel gehört zum Schwankschwindel: Ein Beispiel hierfür ist die optokinetische Bewegungskrankheit, bei der großflächige Bewegungsreize (z.B. in Großleinwandkinos oder in Flugsimulatoren) einen Schwankschwindel mit Erbrechen auslösen.
Meistens tritt der Schwankschwindel jedoch als phobischer Schwankschwindel auf. In der Regel entsteht dann im Zusammenhang mit besonderen psychischen Belastungen ein plötzlicher, anfallartiger Schwindel mit Benommenheit sowie Stand- und Gangunsicherheiten; dabei dauert der Schwindel anfangs nur wenige Sekunden an. Die Betroffenen erleben diese Anfälle als sehr bedrohlich und entwickeln eine durch Angst geprägte Erwartungshaltung vor der nächsten Attacke (daher phobischer Schwindel: Phobie = krankhafte Angst). Oft lösen besondere Situationen den phobischen Schwankschwindel aus – wie Autofahren, Überqueren von Brücken, Treppensteigen, leere Räume oder bestimmte soziale und kommunikative Anforderungen. Überwiegend ergibt die körperliche Untersuchung bei Menschen mit dieser Form von Schwindel keine krankhafte Veränderung. Die Diagnose zeigt jedoch typischerweise eine zwanghafte Persönlichkeitsstruktur. Der phobische Schwankschwindel ist meist durch eine Verhaltenstherapie beeinflussbar.
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