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Schwindel (Vertigo)

Anhaltender Drehschwindel

Stand: 18. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Wenn ein Schwindel (Vertigo) über Stunden oder Tage anhält und mit Fallneigung, Augenzittern (Nystagmus), Übelkeit und Erbrechen einhergeht, lautet die Diagnose anhaltender Drehschwindel. Seine Ursachen hat dieser Schwindel meist in einer Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans. In der Regel ist hierfür ein entzündeter Gleichgewichtsnerv (Neuritis vestibularis) verantwortlich. Dabei fällt das Gleichgewichtsorgan einseitig aus. Die Beschwerden klingen meist nach etwa ein bis zwei Wochen wieder ab. Als möglicher Auslöser gilt eine Virusinfektion des Gleichgewichtsnervs.

In selteneren Fällen ist es möglich, diese Form von Schwindel bei der Diagnose auf Schädigungen zentraler Strukturen im Gehirn zurückzuführen. Ein so entstandener anhaltender Drehschwindel kann vielfältige Ursachen haben, die von Ausfällen von Hirnnerven durch Hirntumoren über Durchblutungsstörungen bis hin zu Entzündungen reichen. Auch der Morbus Menière kann vereinzelt zu dieser Form von Vertigo führen.

Lagerungsschwindel

Tritt ein Schwindel (Vertigo) typischerweise auf, wenn die Betroffenen den Kopf zur Seite neigen, kann man ihn bei der Diagnose als Kopflage- oder Lagerungsschwindel einordnen: Der Lagerungsschwindel ist durch kurze Schwindelanfälle gekennzeichnet, bei denen sich die Umgebung zu drehen scheint. Diese Anfälle von Schwindel treten meist beim Aufstehen (bzw. beim Aufrichten nach dem Nachtschlaf) oder nachts beim Herumdrehen im Bett auf. Besonders in den ersten Wochen sind neben dem Schwindel Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und Angst möglich. Da meist dieselbe Kopfbewegung den Schwindelanfall auslöst, entwickeln die Betroffenen mit der Zeit Strategien, mit denen sie die entsprechende Kopfhaltung vermeiden. Dennoch kann es beim Lagerungsschwindel gelegentlich auch zu Stürzen kommen.

Lässt sich der Schwindel bei der Diagnose auf eine sogenannte Cupulolithiasis (Cupula = Kuppel, Lithiasis = Steinleiden) zurückführen, liegt ein gutartiger Lagerungsschwindel vor: Seine Ursachen sind darin zu finden, dass sich im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs kleine Kalksteinchen aus dem hinteren Vorhofsäckchen (Utriculus) lösen und sich an der Kuppel des hinteren Bogengangs anlagern. Durch ihr Gewicht führen sie zu einer Funktionsstörung des hinteren Bogengangs. Dieser reagiert daraufhin überempfindlich auf Drehbeschleunigungen. Dabei ruft nicht die Lage des Kopfs den Schwindel hervor, sondern eine zu schnelle Bewegung des Kopfs hin zur erkrankten Seite. Die Kalksteinchen lösen sich in erster Linie im höheren Lebensalter ab; dies kann jedoch auch altersunabhängig als Folge von Unfällen geschehen. In der Regel klingt die Erkrankung innerhalb von Wochen oder Monaten spontan wieder ab. Nur in seltenen Fällen hält der gutartige Lagerungsschwindel über Jahre an.

Besteht der Verdacht, dass der Lagerungsschwindel zentrale Ursachen hat (die Gründe für den Schwindel also im Gehirn zu finden sind), ist bei der weiteren Diagnose zu prüfen, ob eine Schädigung im Bereich des Kleinhirns durch Tumoren, Blutungen, Durchblutungsstörungen oder Entzündungen vorliegt.

Weiterlesen: Schwindel: Diagnose – Schwankschwindel

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