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Stand: 18. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei bestehendem Schwindel (Vertigo) erfolgen zur Diagnose verschiedene Tests zur Funktion des Gleichgewichtsorgans. Daneben prüft der Arzt auch die Hörfähigkeit, da Hör- und Gleichgewichtsorgan den gleichen Nervenstrang nutzen, um Informationen weiterzuleiten.
Darüber hinaus ist es bei Schwindel wichtig, im Rahmen der Diagnose festzustellen, um welche Form von Schwindel es sich handelt – vor allem im Hinblick auf die nachfolgende Therapie. Hierzu ist es erforderlich, die vorliegenden Symptome in allen Einzelheiten zu erfassen und den vier charakteristischen Formen von Vertigo zuzuordnen:
Einen Schwindel (Vertigo) kann der Arzt bei der Diagnose dem sogenannten Attackendrehschwindel zuordnen, wenn das Schwindelgefühl unvermittelt und heftig einsetzt und nur Sekunden oder wenige Minuten andauert. Die Betroffenen verspüren dabei ein heftiges Drehgefühl mit Fallneigung und manchmal auch Übelkeit.
Zu den möglichen Ursachen für diese Form von Schwindel gehört der eher seltene Morbus Menière, der meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auftritt. Zu dessen Diagnose ist eine gründliche Befragung der Betroffenen wichtig: Meist äußert sich der Morbus Menière in einem akuten Drehschwindel mit begleitender Fallneigung, Blässe, Schweißbildung, Übelkeit, Erbrechen und Augenbewegungen (Nystagmus). Darüber hinaus entsteht neben dem Attackendrehschwindel typischerweise ein Druckgefühl auf einem Ohr, verbunden mit einer verminderten Hörfähigkeit und Tinnitus (Ohrgeräusche). Morbus Menière entsteht dadurch, dass die Lymphflüssigkeit des Innenohrs (Endolymphe) das Innenohr (Labyrinth) verschließt. Infolge des anhaltenden Lymphstaus zerreißen die Trennhäute zwischen den verschiedenen Räumen des Innenohrs. Dies geschieht regelmäßig und verursacht den Schwindel. Im Laufe der Erkrankung kann es ohne bestimmten Grund zu plötzlichen Stürzen kommen. Auslöser dieser Stürze sind die Druckschwankungen, die durch die Lymphflüssigkeit des Innenohrs entstehen. In den meisten Fällen verläuft der Morbus Menière günstig und die Drehschwindelattacken verschwinden spontan innerhalb von fünf Jahren.
Treten im jüngeren Erwachsenenalter wiederholt Drehschwindelattacken auf, ist bei der Diagnose vor allem auch Migräne in Betracht zu ziehen. Im höheren Lebensalter dagegen liegen dem Schwindel häufig Durchblutungsstörungen im Gehirn zugrunde, die durch eine fortschreitende Arteriosklerose entstehen. Darüber hinaus kann auch multiple Sklerose infolge der geschädigten Nervenbahnen zu Attackendrehschwindel führen.
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