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Stand: 21. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Unter Schwerhörigkeit verstehen Mediziner ein verringertes Hörvermögen. Sie kann akut (plötzlich) verlaufen oder chronisch (dauerhaft) anhalten.
Die Schwerhörigkeit selbst stellt keine eigene Erkrankung dar, sondern ist lediglich das Symptom einer bestehenden Erkrankung des Hörorgans. Sie tritt vor allem bei älteren Menschen als typische Alterserscheinung auf. In den letzten Jahren sind jedoch auch vermehrt junge Menschen als Folge einer hohen Lärmbelastung von Schwerhörigkeit betroffen.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die Schwerhörigkeit in den Industrienationen zu den sechs häufigsten Erkrankungen, welche die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränken. In Deutschland leidet etwa jeder Fünfte über 14 Jahren an einer "behandlungsbedürftigen" Schwerhörigkeit.
Schwerhörigkeit bedeutet für den Betroffenen meist eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. Besonders die alltägliche Kommunikation (unter anderem Telefonieren) stellt für schwerhörige Menschen häufig ein Problem dar. Unbehandelt schränkt eine Schwerhörigkeit zudem das soziale Leben mehr oder weniger stark ein. Bleibt eine Schwerhörigkeit bei Neugeborenen oder Kindern unerkannt, kann dies die Entwicklung beeinträchtigen. So sind Schallreize für Baby und Kleinkind wichtig, damit sich das Gehör optimal ausbilden kann. Auch ist das Hören für Kindernotwendig, um das Sprechen zu erlernen.
Die Ursachen von Schwerhörigkeit sind vielfältig und reichen von der Altersschwerhörigkeit über Infektionen bis hin zu chronischen Lärmschädigungen oder Tumoren. Eine Schwerhörigkeit kann aber auch angeboren sein, etwa wenn das Ohr oder bestimmte Nerven fehlgebildet sind. Auch Vireninfektionen (zum Beispiel Röteln) oder Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft sowie Geburtskomplikationen können das Hörorgan des Kindes schädigen, sodass eine Schwerhörigkeit entsteht.
Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann eine Schwerhörigkeit meist sehr einfach feststellen und einordnen. Dazu führt er zunächst einen Hörtest durch, um die Hörfähigkeit zu prüfen. Weitere Tests und eventuell auch bildgebende Verfahren geben dem HNO-Arzt Hinweise auf die Ursachen der Schwerhörigkeit. Sowohl Therapie wie auch Prognose richten sich nach der Ursache der Hörminderung. Heutzutage gibt es viele verschiedene Therapiemöglichkeiten, um beinahe jede Form der Schwerhörigkeit zu behandeln. Es kommen in manchen Fällen sowohl medikamentöse als auch operative Maßnahmen infrage. Häufig verschreibt der HNO-Arzt Hörhilfen, also Hörgeräte oder Hörersatzmittel. Diese können die Schwerhörigkeit ganz oder teilweise ausgleichen.
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