Startseite > Krankheiten > Arteriosklerose > Aphasie (Sprachstörungen)
Stand: 18. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Sind (z.B. nach einem Schlaganfall o. Unfall) bestimmte Bereiche im Gehirn geschädigt, kann ein teilweiser oder völliger Verlust der bereits erlernten Sprache die Folge sein. Eine solche Aphasie (Sprachstörung) beeinträchtigt die Kommunikationsfähigkeit, ist aber kein Anzeichen für eine psychische oder geistige Behinderung.
In erster Linie hat eine Aphasie ihre Ursache in Durchblutungsstörungen der betroffenen Bereiche im Gehirn aufgrund von Gefäßveränderungen, die beispielsweise auf Arteriosklerose oder Diabetes mellitus zurückzuführen sind: Dann kann es zu einem Schlaganfall kommen, der bei Erwachsenen mit Abstand am häufigsten für Aphasien verantwortlich ist. Aber auch Blutungen oder Tumoren können zu entsprechenden Hirnschädigungen mit nachfolgenden Sprachstörungen führen. Bei Kindern entsteht eine Aphasie meist durch ein Schädel-Hirn-Trauma.
Meist sind bei einer Aphasie alle Bestandteile der Sprache betroffen, sodass es beim Sprachgebrauch – mit unterschiedlichen Schwerpunkten – zu Regelabweichungen in der Wortfindung (Lexik), dem Verstehen der Bedeutung von Wörtern (Semantik), der Grammatik (Syntax) und der Lautbildung (Phonologie) kommt. Darüber hinaus können das Sprechen, Schreiben, Verstehen und Lesen aphasische Störungen aufweisen. Anhand der Symptome, welche die Sprachstörung hauptsächlich kennzeichnen, unterscheidet man verschiedene Aphasie-Formen. Die wichtigsten Formen, die man größtenteils vergleichsweise eindeutig Schädigungen bestimmter Hirnregionen zuordnen kann, sind:
Häufig bessert sich eine Aphasie von selbst – vor allem in den ersten sechs Monaten nach einer Hirnschädigung, die durch eine Minderdurchblutung entstanden ist. Aphasien können jedoch auch länger andauern. Da eine Sprachtherapie die sprachliche Kommunikationsfähigkeit der Menschen mit Aphasie oft wesentlich verbessert, ist es in jedem Fall ratsam, so früh wie möglich mit der Therapie zu beginnen. Um einer erworbenen Sprachstörung vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, das Schlaganfallrisiko gering zu halten und (z.B. beim Fahrradfahren) einen Schutzhelm zu tragen.
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