APC-Resistenz, Faktor-V-Leiden-Mutation: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. Februar 2016)

Eine angeborene APC-Resistenz alleine macht keine Therapie notwendig. Auch bei nachgewiesener Faktor-V-Leiden-Mutation, die fast immer hinter der angeborenen Gerinnungsstörung steckt, gilt daher in der Regel: keine Thrombose, keine Therapie! Nur in besonderen Risikosituationen – zum Beispiel bei Operationen oder längerer Ruhigstellung – kann eine vorübergehende Thromboseprophylaxe mit gerinnungshemmenden Mitteln sinnvoll sein. Wenn Sie Thrombosen entwickeln, legt der Arzt Ihre Behandlung und deren Dauer abhängig von Ihren Beschwerden und von zusätzlich vorhandenen Risikofaktoren fest.

Als gerinnungshemmende Medikamente kommen bei einer APC-Resistenz meist die Wirkstoffe Heparin und Phenprocoumon – ein sogenannter Vitamin-K-Antagonist – zum Einsatz. Heparin sorgt dafür, dass bestimmte Blutbestandteile nicht mehr so leicht miteinander verkleben können, und verhindert so, dass sich neue Blutgerinnsel bilden. Vereinzelt kann es auch bestehende Blutgerinnsel auflösen. Das Medikament ist nur für eine kurzfristigere Therapie geeignet, da man es nur per Spritze verabreichen kann. Zur Langzeitbehandlung der (meist durch die Faktor-V-Leiden-Mutation verursachten) Blutgerinnungsstörung erhalten Sie in der Regel Phenprocoumon in Tablettenform – Ärzte sprechen hierbei von einer "oralen Antikoagulation".

Da gerinnungshemmende Medikamente das Risiko für Blutungen erhöhen, sollte die Behandlung streng nach ärztlicher Anweisung erfolgen. In jedem Fall ist es bei einer APC-Resistenz für die Therapie wichtig, das Thromboserisiko individuell abzuschätzen:

  • Wenn Sie die Faktor-V-Leiden-Mutation nur von einem Elternteil geerbt haben, ist Ihr Thromboserisiko gegenüber der übrigen Bevölkerung 5- bis 10-fach erhöht.
  • Wenn beide Eltern das entsprechende Erbmerkmal für die APC-Resistenz an Sie weitergegeben haben, ist Ihr Thromboserisiko 50- bis 100-fach erhöht.
  • Außerdem sind neben der APC-Resistenz alle weiteren Faktoren zu berücksichtigen, die das Risiko für Thrombosen zusätzlich erhöhen – wie zum Beispiel:

Durch diese Risikoabschätzung kann der Arzt erkennen, ob Sie ein sehr hohes, hohes, mittleres oder niedriges Risiko für eine venöse Thrombose haben. Ist die APC-Resistenz mit einem niedrigen Thromboserisiko verbunden, reicht vorbeugend meist eine physikalische Therapie aus (sofortige beziehungsweise frühe Mobilisierung nach einer Operation, Hochlagern der Beine, Thromboseprophylaxestrümpfe). Diese Maßnahmen eignen sich auch bei einer mit hohem Risiko verbundenen Faktor-V-Leiden-Mutation, um die medikamentöse Therapie zu unterstützen. Sie wirken, indem sie das Blut schneller durch die Venen strömen lassen.


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