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Anthrax (Milzbrand)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. August 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Anthrax (Milzbrand) bei Menschen ist in Deutschland sehr selten: In erster Linie sind Huftiere von dieser Infektionskrankheit betroffen. Durch engen Kontakt mit infizierten Tieren oder durch Umgang mit infizierten Tierprodukten ist die Krankheit aber auf den Menschen übertragbar.

Damit gehört Anthrax zu den sogenannten Zoonosen (= zwischen Tier und Mensch übertragbare Erkrankungen). Auslöser von Milzbrand ist die sporenbildende Bakterienart Bacillus anthracis.

Sporen sind eine besonders widerstandsfähige Dauerform von Bakterien, die jahrelang lebensfähig sind. Die Milzbrandsporen können so beispielsweise an Tierfellen haften und auch nach Jahren noch zu Milzbrand führen. Traurige Berühmtheit erlangten die Milzbrandsporen auch als Biowaffe – zum Beispiel in Form sogenannter Anthrax-Briefe.

Die Erreger von Anthrax könnnen auf unterschiedlichen Wegen in den menschlichen Körper eindringen. Entsprechend gibt es verschiedene Formen von Milzbrand, deren Symptome sich unterscheiden:

  • Ist eine Hautverletzung die Eintrittspforte für Milzbrandsporen, kommt es zu Hautmilzbrand. Dann bilden sich typischerweise eitergefüllte Bläschen, sogenannte Milzbrandkarbunkel.
  • Durch Einatmen der Sporen entsteht ein Lungenmilzbrand, dessen Symptome denen einer Lungenentzündung ähneln.
  • Die Aufnahme der Bakterien über den Mund (über Rohmilch oder rohes Fleisch infizierter Tiere) führt zu Darmmilzbrand, der sich durch blutiges Erbrechen und blutige Durchfälle äußert.
  • Treten die Erreger ins Blut über, kann die Milzbrandsepsis mit Anzeichen einer Blutvergiftung entstehen; ist das ZNS (zentrales Nervensystem: Gehirn und Rückenmark) betroffen, kommt es zur Milzbrandmeningitis.

Video Milzbrand: Wie wirkt sich die Infektion auf den Körper aus?

Wenn sich Menschen auf natürliche Weise mit Milzbrand anstecken, entsteht fast immer ein Hautmilzbrand: Weltweit geschieht dies jährlich etwa 2.000-mal. In Deutschland ist Anthrax beim Menschen sehr selten: Nach mehreren Jahren ohne menschliche Infektionen haben sich in den letzten Jahren vereinzelt Heroinkonsumenten angesteckt.

Bei Anthrax ist eine möglichst frühe Behandlung mit Antibiotika ratsam – auch wenn der Erreger noch nicht nachgewiesen und die Diagnose somit noch nicht gesichert ist: Durch den schnellen Einsatz von Antibiotika lässt sich Hautmilzbrand fast immer heilen und auch bei den anderen – schwerwiegenderen – Formen von Milzbrand die Überlebenschance deutlich erhöhen.

Um sich vor Anthrax zu schützen, ist es ratsam, Kontakt mit erkrankten Tieren und ihren Produkten zu vermeiden. Auch eine Impfung gegen Milzbrand ist möglich: In Deutschland ist seit 2013 ein Impfstoff für die aktive Immunisierung gegen Bacillus anthracis zugelassen – allerdings ist er nur für Erwachsene mit hohem Ansteckungsrisiko bestimmt.

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