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Angststörung: Lerntheoretische Erklärungen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (17. Januar 2013)

Mithilfe der lerntheoretischen Ansätze kann man vor allem erklären, wie eine Phobie entsteht. Man nimmt an, dass ein mehrstufiger Prozess zu einer Phobie führt. Zunächst "erlernt" eine Person die Angst vor einer ehemals neutralen Situation. Am Beispiel der Flugangst bedeutet das: Eine Person, die nie Angst vor dem Fliegen hatte, erlebt etwa bei einem unruhigen Flug die Angst abzustürzen. Die ehemals neutrale oder sogar als angenehm erlebte Situation des Fliegens ist nun mit Angst besetzt. Würde diese Person sich danach wiederholt dieser Situation aussetzen und dabei sehen, dass die Angst unbegründet ist, würde das Fliegen seinen bedrohlichen Charakter verlieren. Die erworbene Angst vor dem Fliegen hält aber die Person davon ab, sich dieser Situation erneut auszusetzen. Dadurch, dass die Person die angstmachende Situation vermeidet, wird die Angst weiterhin aufrechterhalten – durch das Vermeiden der Situation wird das Ausbleiben der Angst "belohnt".

Man kann auch eine phobische Angst vor einer Situation oder einem Objekt erwerben, mit der/dem man selbst noch nie schlechte Erfahrungen gemacht hat. So kann beispielsweise ein Kind Angst vor Mäusen entwickeln, weil es gesehen hat, mit welcher Angst seine Mutter auf den Anblick einer Maus reagiert hat. Durch diese Beobachtung hat es gelernt, dass eine Maus etwas ist, wovor man Angst haben muss.

Bei der Entstehung von Angststörungen spielt auch die Wahrnehmung körperlicher Symptome eine wichtige Rolle. Verspürt eine Person Angst, stellen sich bei ihr körperliche Reaktionen wie zum Beispiel Herzrasen, Schweißausbrüche oder Zittern ein. Diese Symptome deutet der Betroffene subjektiv als Gefahr, was dazu führt, dass die Angst noch größer wird. Durch die damit verbundene Stressreaktion verstärken sich wiederum die körperlichen Symptome. Es hat sich auf diese Weise ein Teufelskreis der Angst gebildet, der bewirkt, dass die Angst immer weiter zunimmt.

Die Lerntheorie kann auch erklären, warum es im Zusammenhang mit Panikstörungen zu Erwartungsängsten kommt. Tritt eine Panikattacke wiederholt auf, bekommt die Person Angst vor weiteren Attacken; es entsteht eine Angst vor der Angst.






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