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Angststörung: Medikamentöse Therapie

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (17. Januar 2013)

Bei der medikamentösen Therapie einer Angststörung kommen meist Antidepressiva zum Einsatz. Manchmal verschreibt der Arzt auch Wirkstoffe aus der Gruppe der sogenannten Benzodiazepine. Diese darf der Betroffene jedoch nicht länger als nötig einnehmen, da sie zur Abhängigkeit führen können.

Der Betroffene soll erfahren, dass er auch ohne medikamentöse Unterstützung in der Lage ist, sich seiner Angst zu stellen und diese zu überwinden. Daher ist es wichtig, dass zum Beispiel Konfrontationsübungen nicht unter dem Einfluss Angst lösender Medikamente erfolgen.

Antidepressiva

Antidepressiva können angstlösend und beruhigend wirken. Bei Angststörungen haben häufig sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (sSNRI) wie Citalopram, Fluoxetin oder Venlafaxin positive Effekte.

Antidepressiva greifen im Gehirn in den Stoffwechsel und in die Konzentrationsverhältnisse der Botenstoffe (Neurotransmitter) zwischen den Nervenzellen ein. Mithilfe der Botenstoffe werden elektrische Reize von einem Nerv zum anderen zu übertragen. Dazu setzt die Endigung des gereizten Nervs am Übergang zum Nachbarnerv einen Botenstoff frei. Der Botenstoff dockt an einen entsprechenden Bindestelle (Rezeptor) des Nachbarnervs an. Das löst im Nachbarnerv ein elektrisches Signal aus, welches er weiterleitet. Hat der Botenstoff so seine Aufgabe erledigt, wird er anschließend entweder abgebaut oder wieder in die ausschüttende Nervenzelle aufgenommen. Die Konzentration von Botenstoffen wie Serotonin oder Noradrenalin sind bei einer Angststörung häufig aus dem Gleichgewicht geraten. SNRI und SSRI verhindern, dass die Botenstoffe Serotonin beziehungsweise Serotonin und Noradrenalin in die Nervenzellen wiederaufgenommen werden und verlängern so deren positive Wirkung. Nebenwirkungen können zum Beispiel

SNRI dürfen nicht in Kombination mit Triptan-Präparaten verwendet werden (z.B. Migräne-Medikamente).

Neben den SSRI und SNRI setzt die Therapie von Angstzuständen auch auf sogenannte MAO-Hemmer wie Moclobemid sowie tri- und tetrazyklische Antidepressiva wie Doxepin. MAO-Hemmer verhindern den Abbau der sogenannten Monoamine (Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin, Serotonin), sodass diese in höherer Konzentration vorliegen und somit depressions- und angstlindernd wirken.

Sogenannte tri- und tetrazyklische Antidepressiva lindern vor allem Angstzustände und innere Unruhe. Sie greifen in die Konzentration der Botenstoffe im Gehirn ein, indem sie die Aufnahme der Botenstoffe in die Nervenzellen hemmen. Somit stehen die Botenstoffe in höherer Konzentration zur Weiterleitung zwischen den Nervenzellen zur Verfügung. Bis Antidepressiva ihre volle Wirkung entfalten, dauert es mindestens zwei Wochen.

Benzodiazepine

Um die Zeit bis zur Wirkung der Antidepressiva zu überbrücken, setzt Ärzte häufig auf sogenannte Benzodiazepine. Sie gehören zur Gruppe der Beruhigungs- und Schlafmittel. Benzodiazepine zeigen sehr rasch ihre beruhigende Wirkung, können aber abhängig machen. Daher sollte man sie nur kurze Zeit und nur so lange wie nötig einnehmen.

Betablocker

Personen, die unter einer Phobie leiden, werden in Einzelfällen mit Betablockern behandelt. Betablocker bewirken, dass psychische und körperliche Symptome nicht mehr so eng miteinander verbunden sind. Es können allerdings Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Hautallergien und depressive Verstimmungen auftreten.






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