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Angststörung: Definition

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (01. Oktober 2015)

Angststörung ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen eine Person starke Angstreaktionen zeigt, obwohl es dafür keinen objektiven Grund gibt. Der Betroffene kann die Angst kaum oder nicht kontrollieren. Ein veralteter Begriff für Angststörung ist Angstneurose.

Es gibt unterschiedliche Formen von Angststörungen:

  • generalisierte Angststörung: Bei der generalisierten Angststörung stehen unbestimmte (sog. frei flottierende) Ängste und Gefühle der Anspannung im Vordergrund. Die Ängste können sich auf verschiedene Lebens- oder Alltagssituationen beziehen.
  • Panikstörung: Charakteristisch für eine Panikstörung sind plötzlich auftretende Panikattacken, die mit einem starken Angstgefühl und körperlichen Reaktionen wie Schweißausbrüchen, Herzrasen oder Schwindel verbunden sind.
  • Phobien: Phobien äußern sich in starker Angst vor bestimmten Situationen und Objekten, obwohl der Betroffene weiß, dass diese Angst unbegründet ist. Phobien unterteilt man in:
    • Agoraphobie: Agoraphobiker meiden bestimmte Orte oder Situationen wie etwa öffentliche Plätze, Menschenmengen oder auch Reisen. Personen mit Agoraphobie fürchten, während einer Panik nicht flüchten zu können oder sie haben Angst, im Notfall keine Hilfe zu bekommen.
    • soziale Phobie: Menschen mit einer sozialen Phobie haben eine übertriebene Angst vor anderen Menschen (z.B. Treffen fremder Personen, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen).
    • spezifische (isolierte) Phobien: Hierzu zählen Ängste vor bestimmten Objekten oder Situationen wie z.B. vor Spinnen, Hunden, Blut oder geschlossenen Räumen.

Darüber hinaus gibt es Mischformen, die man nicht exakt der einen oder anderen Form zuordnen kann.

Je nach Form und Ausprägung kann eine Angststörung das Leben des Betroffenen stark beeinträchtigen. So können einige Menschen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen oder sich aus Angst nicht – oder nur in Begleitung – in bestimmte Situationen begeben.

Menschen mit sozialer Phobie haben Angst, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. © iStock

Menschen mit sozialer Phobie haben Angst, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Häufigkeit

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Schätzungen zufolge leidet etwa jeder vierte Mensch mindestens einmal in seinem Leben an einer Angststörung. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Eine Angststörung entwickelt sich meist vor dem 45. Lebensjahr.

Die spezifischen Phobien (z.B. Höhenangst, Klaustrophobie, Flugangst, Tierphobien) sind am weitesten verbreitet, müssen aber nur relativ selten psychiatrisch oder psychotherapeutisch behandelt werden. Dahingegen tritt die Panikstörung zwar seltener auf, ist aber am häufigsten behandlungsbedürftig.

Wann spricht man von einer Angststörung?

Angst ist zunächst eine völlig normale und lebenswichtige Reaktion auf eine (vermeintliche) Bedrohung. Ein Mensch, der keine Angst hätte, würde sich permanent Gefahren aussetzen – und sei es nur beim Überqueren der Straße.

Viele Menschen verspüren etwa ein Unwohlsein oder Ekel, wenn sie eine Spinne sehen – aber nicht alle von ihnen leiden auch an einer Spinnenphobie. Andere Menschen wiederum halten nur ungern eine Rede und sind vor ihrem Auftritt sehr aufgeregt, was jedoch noch lange nicht heißt, dass sie unter einer behandlungsbedürftigen Angststörung leiden.

Erst, wenn eine Angst unangemessen stark ist und in keinem Verhältnis zur Situation steht, spricht man von einer Angsterkrankung. In der Regel neigen Betroffene dazu, angstmachende Situationen zu meiden.

Die Grenzen zwischen „normaler“ Angst und einer Angststörung sind fließend. Eine Angststörung könnte möglicherweise vorliegen, wenn

  • Sie sich den Großteil des Tages mit Ihrer Angst beschäftigen,
  • die Angst Sie erheblich in Ihrer Lebensqualität einschränkt,
  • Sie aufgrund der Angst Probleme im privaten oder beruflichen Umfeld bekommen haben,
  • Sie sich durch die Angst depressiv fühlen,
  • Sie wegen der Angst zu Medikamenten, Alkohol oder Drogen greifen oder wenn
  • Sie aus Angst bestimmte Situationen meiden.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an einer Angststörung erkrankt sein könnten, empfiehlt sich der Gang zum Arzt oder Psychologen. Mit seiner Hilfe können Sie herausfinden, ob tatsächlich eine Angststörung vorliegt.

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



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