Startseite > Krankheiten > Koronare Herzkrankheit (KHK), Angina pectoris > Verlauf
Stand: 29. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Sport ist eine wichtige unterstützende Maßnahme bei der koronaren Herzkrankheit (KHK). Körperliche Bewegung bessert sämtliche Risikofaktoren für Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und hält das Fortschreiten der Erkrankung somit auf. Zugleich steigt die körperliche Leistungsfähigkeit. Gut ist, sich regelmäßig zu bewegen und darauf zu achten, dass die Belastung stimmt; man sollte sich aber nicht überfordern. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Sportart für Sie geeignet ist. Mit einem Belastungs-EKG kann der Arzt Ihre persönliche Leistungsgrenze genau ermitteln.
Gut geeignet sind beispielsweise Ausdauersportarten wie Walking, leichtes Joggen, Skilanglauf, Schwimmen und Radfahren. Sie sollten über einen längeren Zeitraum (optimal: 30 Minuten) mit niedriger bis mittlerer Anstrengung trainieren, wobei die Faustregel gilt: Öfter ist besser als länger. Also lieber dreimal pro Woche für eine halbe Stunde trainieren als einmal anderthalb Stunden. Wichtig ist, sich nicht zu viel vorzunehmen. Zu Angina-pectoris-Beschwerden sollte es beim Sport auf keinen Fall kommen. Wer es etwas ruhiger angehen möchte oder muss: Schon ausgedehnte Spaziergänge drei- bis viermal in der Woche sind ein guter Anfang, gesünder zu leben.
Weniger günstig sind Kraftsportarten, bei denen eine kurze aber starke Belastung auftritt. Negativ-Beispiele sind Tennis, Mountainbike-Fahren, Squash oder Hanteltraining mit großen Gewichten.
In vielen Städten und kleineren Gemeinden treffen sich Herzsport-Gruppen, um gemeinsam unter ärztlicher Aufsicht zu trainieren. Dort können Sie mit großer Sicherheit das für Sie optimale Herz-Kreislauf-Training absolvieren. Neben dem Sport hilft auch der Austausch mit anderen Betroffenen dabei, mit der Erkrankung besser umzugehen. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen Termine und Treffpunkte der Herzsportler nennen.
Auch Sex ist für Personen mit koronarer Herzkrankheit keinesfalls verboten. Er belebt das Herz im direkten und im übertragenen Sinn. Zur Überforderung, sprich Angina-pectoris-Beschwerden, sollte es jedoch auch hierbei nicht kommen. Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von erektionsfördernden Medikamenten (PDE-5-Hemmer) und nitrathaltigen Medikamenten gegen die koronare Herzkrankheit (Nitroglyzerinspray oder -kapsel). Die blutdrucksenkende Wirkung der Nitrate kann durch PDE-5-Hemmer lebensgefährlich gesteigert werden.
Falls für befriedigenden Sex beide Medikamente notwendig sind, kann mit dem Arzt eine Therapiealternative für eines der beiden Mittel gefunden werden. Vielleicht steckt auch ein anderes Medikament, etwa eines gegen Bluthochdruck, hinter den Potenzproblemen und lässt sich durch ein anderes ersetzen.
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